Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 9.

Roboter

Der Absatz von Robotern in China hat sich zwischen 2009 und 2014 verzehnfacht. Seit 2013 hat das Land Japan als größten Robotermarkt der Welt abgelöst. Ausländische Hersteller wie ABB, Fanuc, Yaskawa und Kuka dominieren den chinesischen Robotermarkt mit einem Marktanteil von etwa 71 %. Im Automobilbereich, dem bisher wichtigsten Marktsegment, liegt dieser Anteil noch höher. Bis zum Jahr 2020 sollen nach Vorgabe der chinesischen Regierung allerdings 45 % der im Land verkauften Roboter von einheimischen Herstellern kommen. Ferner sollen bis dahin drei bis fünf international wettbewerbsfähige chinesische Roboterhersteller entstehen. In Zeitungsberichten ist laut STM immer wieder von über 400 Roboterherstellern in China die Rede. Tatsächlich handelt es sich bei den meisten dieser Unternehmen um Systemintegratoren, viele von ihnen mit sehr begrenzten technischen Fähigkeiten, so die Forscher. Tatsächliche Roboterhersteller im eigentlichen Wortsinn gibt es in China etwa 20. Chinesischen Roboterherstellern fehlen noch wichtige Schlüsselkomponenten wie Servomotoren, Steuerungen und Getriebe für Hochpräzisionsanwendungen. Da diese Produkte von ausländischen Herstellern zugekauft werden müssen, haben chinesische Hersteller insbesondere bei Robotern für Schweißanwendungen oder das Heben schwerer Lasten deutliche Kostennachteile. Selbst der größte chinesische Roboterhersteller Siasun erzielt einen großen Teil seines Umsatzes mit Integrationsdienstleistungen.

Nichtsdestotrotz konnten chinesische Roboterhersteller ihren Anteil am Gesamtmarkt während der vergangenen Jahre kontinuierlich ausbauen, weiß STM. Die Absatzbereiche mit den gegenwärtig besten Wachstumschancen liegen in den Bereichen Elektronik, Maschinenbau, Nahrungsmittel und pharmazeutische Produkte. Chinesische Hersteller können dort mit ihren Preisvorteilen und einer großen Marktnähe punkten. Mängel an Zuverlässigkeit und Präzision fallen in diesen Bereichen nicht so stark ins Gewicht. Wir gehen daher davon aus, dass die Quotenziele der chinesischen Regierung für einheimische Roboter bis 2020 erreicht werden können. Basierend auf dem gegenwärtigen Wachstumsmoment und dem bestehenden Potential rechnet STM damit, dass sich der Roboterabsatz bis zum Jahr 2020 noch einmal mehr als verdoppeln wird. Neben der großen Nachfrage wird dieser Trend durch sinkende Roboterpreise sowie einen Zuwachs an Fähigkeiten von Robotern gestärkt.