Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 7.

Ventile & Sensoren

Chinesische Ventilhersteller sind heute für 50 % des Ventilabsatzes in ihrem Heimatmarkt verantwortlich. Der Markt ist allerdings sehr fragmentiert, die Mehrzahl der einheimischen Unternehmen sind kleine Familienbetriebe. Bei Mikroventilen sind chinesische Anwender immer noch von ausländischen Produkten abhängig. STM erwartet, dass Unternehmen wie der börsennotierte Ventilhersteller Neway allmählich aufholen und auch in Anwendungen in der Petrochemie und Kernkraft vorstoßen werden.

Sensoren sind das Segment, in dem die STM-Forscher für die kommenden fünf Jahre nominal das größte Wachstum erwarten. Chinesische Hersteller verfügen hier bereits über 33 % Marktanteil. Nach Maßgabe der chinesischen Regierung soll dieser bis zum Jahr 2020 auf 50 % steigen. Allerdings sind die technischen Fertigkeiten der einheimischen Sensorindustrie noch sehr unterentwickelt – von etwa 20.000 weltweit bekannten Sensortypen können in China nur etwa 3.000 hergestellt werden. Einheimische Unternehmen sind noch stark abhängig von importierten Chips und liegen bei der Empfindlichkeit zurück. Es gibt nur etwa 50 kleine einheimische Hersteller, die MEMS-Sensoren produzieren. Die chinesische Regierung möchte dies ändern, indem sie in den nächsten Jahren 500 Mrd. RMB (umgerechnet etwa 74 Mrd. Euro) für die Entwicklung neuer elektronischer Komponenten bereitstellt und im Land zehn Industriecluster geschaffen werden sollen. Ferner sollen verstärkte M&A-Aktivität und einfachere IPOs die Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Sensorhersteller stärken. Tatsächlich gibt es erfolgsversprechende Ansätze wie etwa vom chinesischen Marktführer für Gas-Sensoren Hanwei: Das Unternehmen hat ein breiteres Produktspektrum und stößt in neue Dienstleistungs- und Technologiebereiche wie Micromachining, Thick Film und Microelectronic Technology vor.

Unter dem Strich sind Erfolge der Bemühungen der chinesischen Regierung allerdings noch sehr vage, resümiert STM. Eine erfolgreiche Innovationskultur lässt sich nur schwer staatlich verordnen. Die Forscher halten daher ein Erreichen des Quotenziels bis zum Jahr 2020 für illusorisch.