Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

MES und Optimierungs-Software

Noch führen den MES-Markt die Unternehmen Siemens und Honeywell an. Sie kommen in erster Linie in staatlichen Großprojekten zum Einsatz. Mehr als 60 % des chinesischen MES-Geschäfts ist allerdings in der Hand spezialisierter einheimischer Unternehmen, so STM. Zwar mangelt es diesen noch an bestimmten Funktionen und modularer Integrationsfähigkeit. Ähnlich wie in anderen Bereichen haben sie allerdings ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse chinesischer Unternehmen und sind flexibler, wenn es um die Erfüllung von deren Wünschen geht.

STM erwartet das größte Wachstum für MES durch Neukunden aus Bereichen mit einem eher geringen Durchdringungsgrad. Hierbei handelt es sich in erster Linie um mittelgroße Unternehmen, wovon insbesondere chinesische MES-Lieferanten profitieren dürften. In technologischer Hinsicht ist eine tiefere Integration von ERP und MES absehbar.

Laut der STM-Studie wird der Markt für Optimierungs-Software noch von ausländischen Lieferanten dominiert. Zwar existieren große einheimische Systemintegratoren wie Supcon, die Advanced Processing Control Lösungen anbieten, reine Software-Anbieter in diesem Bereich sind bisher allerdings nur im akademischen Bereich zu finden.

Auch aufgrund des expliziten Wunschs der chinesischen Regierung geht STM davon aus, dass dieser Bereich ausgehend von einem niedrigen Niveau in den kommenden Jahren stark wachsen wird. Aufgrund des großen Erfahrungsvorsprungs ausländischer Lieferanten in diesem Bereich ist allerdings unklar, wie schnell chinesische Unternehmen daran teilnehmen werden.