Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 14.

3D-Drucker

China startete laut STM recht spät mit der Anwendung von 3D-Druckern. Mit der anhaltenden Verlagerung von Aktivitäten in der Forschung & Entwicklung in das Land ist dieser Markt in den vergangenen drei Jahren insbesondere durch Nachfrage aus der Automobilindustrie allerdings rasant gewachsen. Seit 2012 haben sich die Absätze von 3D-Druckern jedes Jahr verdoppelt. Die Anwendungen im Automobilbereich werden noch von ausländischen Lieferanten von 3D-Druckern dominiert. Chinesischen Herstellern mangelt es insbesondere noch an einer zuverlässigen Versorgungskette mit hochwertigen lichtempfindlichen Harzmaterialien oder hochwertigen Metall, Keramik und Polymerpulvermaterialien. Chinesische Unternehmen produzieren bisher vorrangig 3D-Drucker für den Konsumentenbereich. Dies allerdings mit wachsendem Erfolg: Jeder zweite in China hergestellte 3D-Drucker wird exportiert und konkurriert mit den Erzeugnissen etablierter westlicher Hersteller.

Die chinesische Regierung hat eine eigene "China 3D Printing Technology Alliance" ins Leben gerufen, die mit 200 Mio. RMB (Chinesisiche Renminbi Yuan) - umgerechnet etwa 30 Mio. Euro - unterstützt wird und über das Land verteilt zehn Forschungscluster für diesen Bereich aufbauen soll. Einen Durchbruch für chinesische Forscher stellte im vergangenen Dezember der erste 3D-Drucker dar, der in der Schwerelosigkeit funktioniert. Bis heute von offizieller Seite unbestätigt ist die Ankündigung des CEO des größten taiwanesischen Herstellers von 3D-Druckern, wonach die chinesische Regierung bis zum Jahr 2017 in allen 400.000 Grundschulen des Landes einen 3D-Drucker installieren wolle. Mit der fortschreitenden Entwicklung besitzt 3D-Druck das Potential, mittel- bis langfristig althergebrachte Produktionsprozesse zu revolutionieren. Vor dem Hintergrund der nächsten fünf Jahre sieht STM das größte Potenzial für diese Technologie allerdings in erster Linie in den Bereichen Ausbildung, Produktdesign und Formenbau für Kleinserien.

STM erwartet, dass China bis Ende 2016 der größte Markt der Welt für 3D-Drucker sein wird und einheimische Hersteller, die international bereits erfolgreich sind, ihre Marktnähe auf ihrem Heimatmarkt erfolgreich nutzen werden, um dort ihren Marktanteil zu erhöhen.