Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 13.

Werkzeugmaschinen

Für die chinesische Regierung sind CNC-Werkzeugmaschinen eine der strategischen Schlüsselindustrien für die laufende Fünfjahresplan-Periode und darüber hinaus, so die Einschätzung von STM. Peking hat ehrgeizige Quotenziele formuliert: So sollen etwa einheimische Hersteller im Bereich Mid- to High-End-Werkzeugmaschinen bis zum Jahr 2020 60 % des Marktes beherrschen. Die chinesische Werkzeugmaschinenindustrie ist zwischen 2002 und 2012 spektakulär gewachsen: Der Produktionswert der Branche versechsfachte sich während diesem Zeitraum. Seither leidet der Sektor unter der Abkühlung des Investitionsklimas. Besonders hart betroffen von dieser Entwicklung sind die einheimischen Werkzeugmaschinenhersteller im Low- und Mid-End Segment, während viele ausländische Anbieter von High-Tech Werkzeugmaschinen bis 2014 weiter wachsen konnten. In unserer Arbeit mit führenden chinesischen Werkzeugmaschinenherstellern sehen wir, dass es den meisten von ihnen an den organisatorischen und kulturellen Fähigkeiten fehlt, um in absehbarer Zeit technologisch zur Weltspitze aufzuschließen.

Eine Ausnahme sieht STM beim Marktführer Shenyang Machine Tools. Das Unternehmen zeigt erfolgsversprechende Ansätze, wie der Strukturwandel weg von einfachen Maschinen hin zu komplexeren Bearbeitungszentren für die Wachstumsmärkte auf der Welt, gelingen kann. STM rechnet damit, dass durch die neue Wirtschaftspolitik der chinesischen Regierung formende Werkzeugmaschinen in den kommenden fünf Jahren stärker wachsen werden als zerspanende.