Studie: Wie und mit wem automatisiert China?

Fortsetzung des Artikels von Teil 10.

Motion Control

STM konstatiert eine große Dichotomie zwischen den Fähigkeiten chinesischer Unternehmen in den Bereichen Motion Controller und Servo-Systemen. Während einheimische Unternehmen im niedrigen und mittleren Marktsegment für Motion Controller bereits etwa einen Marktanteil von 50 % haben, liegt dieser bei kompletten Servo-Systemen bei unter 20 %. Komplette Servosysteme machen etwa 75 % des chinesischen Marktes für Motion-Control-Produkte aus. Dieser Bereich wird von ausländischen, insbesondere japanischen Lieferanten beherrscht. Chinesische Unternehmen in diesem Bereich haben immer noch Nachteile hinsichtlich Steuerungsgenauigkeit, Stabilität, Drehmomentpulsation, Performance unter hohen Geschwindigkeiten und Netzwerk-Unterstützung. Der Markteintritt führender chinesischer Hersteller von Antrieben hat diesen Bereich stärker unter Druck gesetzt.

Die Prognose von STM: Die anhaltende Automatisierung wird für eine wachsende Nachfrage nach Motion Control-Lösungen - insbesondere aus den Bereichen High-End-Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen, Anlagen zur Herstellung von Halbleitern und Lagerhausequipment sowie verstärkt Robotik - sorgen. Es gibt eine Hand voll einheimischer Unternehmen mit erfolgsversprechenden Ansätzen, die in erster Linie auf die Bewegungskontrolle von Robotern zielen. Auch haben sich in den vergangenen Jahren einheimische Roboterhersteller durch Zukäufe aus diesem Bereich verstärkt. Einheimische Hersteller werden ausgereiftere und günstigere Lösungen anbieten können und sich stärker zu Systemanbietern entwickeln, wie das einheimischen Unternehmen in bestimmten Segmenten bereits gelungen ist. STM geht davon aus, dass chinesische Hersteller innerhalb der nächsten fünf Jahre ihren Marktanteil auf 30 % bei Servo-Systemen und 70 % bei Motion Controllern werden steigern können.