Wago: Namur und ZVEI unterstützen Dima-Ansatz

Mit Dima hatte Wago zur Hauptsitzung der Namur im November 2014 einen neuen Ansatz für die modulare Automatisierung von Prozessanlagen vorgestellt. Nun haben sich die Namur und der ZVEI auf ein gemeinsames Vorgehen zur Weiterentwicklung des Konzeptes verständigt.

Das Grundprinzip von DIMA Bildquelle: © Wago Kontakttechnik

DIMA kapselt die Komplexität und Funktionalität des Moduls, indem das Anlagenmodul durch das MTP beschrieben wird – eine elektronische Beschreibung ­seiner sämtlichen Eigenschaften.

Nach der Erstvorstellung des Dima-Ansatzes (Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen) auf der 77. Namur-Hauptsitzung 2014 hatte sich die Interessengemeinschaft Namur im Frühjahr dieses Jahres dazu entschieden, darauf basierend eine standardisierte Integrationslösung zu entwickeln. Gemeinsames Ziel von Wago [1], Namur [2] und ZVEI [3] ist es, den prototypischen Ansatz in den Bereichen Prozedursteuerung/Batch, Visualisierung und Diagnose auszuspezifizieren, dass Produktentwicklungen zum Ende 2015 gestartet werden können. Zur nächsten Hauptsitzung der Namur im November planen Namur und ZVEI ihre Projektergebnisse gemeinsam zu präsentieren.

Die Dima-Methodik [4] wurde für den modularen, verfahrenstechnischen Anlagenbau entwickelt. Sie zielt darauf ab, dezentrale verfahrenstechnische Module ohne Programmieraufwand in eine überlagerte Leitebene integrieren zu können. Die Integration erfolgt über eine in Dima definierte Semantik, die auf einer Dienstearchitektur zur Kommunikation basiert. Das einzelne Modul muss nicht mehr aufwendig im überlagerten Leitsystem für seine abzuarbeitenden Funktionen programmiert werden, sondern wird lediglich über seine Dienste und zugehörigen Parameter angesprochen. Damit diese Dienste dem Leitsystem bekannt gemacht werden, bedient sich Dima einer digitalen Beschreibungsmethodik für das verfahrenstechnische Modul. Diese wird als MTP – „Module Type Package“ − bezeichnet. Das MTP ist die digitale Visitenkarte jedes einzelnen Modules und gibt somit dem Leitsystem bekannt, welcher Typ des Moduls zu integrieren ist, welche Dienste es zur Verfügung stellt und welche Visualisierung es in der Leitebene benötigt. Die Leitebene übernimmt die Prozessüberwachung und Prozedursteuerung, während die einzelnen prozesstechnischen Module ihre Aufgaben autark abarbeiten. Der Engineeringaufwand für den schnellen Tausch oder Ergänzung von Modulen ist somit in der Leitebene auf ein Minimum reduziert.

Zusammen mit der Technischen Universität Dresden und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg hatte Wago die Dima-Methodik im Rahmen der Namur-Hauptsitzung 2014 exemplarisch an einem Leitstand präsentiert. Damit die Lösung breite Anwendung findet und auch in Form eines Standards genutzt wird, hatte sich Wago dazu entschieden, Dima zur Nutzung und Weiterentwicklung einem definierten Anwenderkreis zur Verfügung zu stellen.