Progea: Augmented Reality per Google Glass

Die Google Glass im industriellen Einsatz - noch Vision oder schon Realität? Bei Progea ließ sich auf der SPS IPC Drives das Alltagsszenario zumindest schon mal ausprobieren und erfühlen. Geschäftsführer Markus Stadelhofer erläutert den Status Quo der Technik.

Markus Stadelhofer von Progea mit Google Glass Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Markus Stadelhofer mit der Google-Brille: "Die Maschinenbauer beobachten sehr genau, was sich in puncto Augmented Reality tut."

Herr Stadelhofer, bei Ihnen auf dem Progea [1]-Stand lässt sich die Google Glass testen. Was genau zeigen Sie in Verbindung mit der Brille?

Wir zeigen, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zukünftig aussehen kann. Mittels Google Glass – also mittels Augmented Reality – blenden wir zusätzliche visuelle Informationen in ein reales Umfeld. Die Informationen aus einer Produktionsanlage bekommt der Anwender direkt ins Sichtfeld übertragen. Der Bediener wird in Echtzeit über Zustände der Anlage informiert und er erhält die nötigen Informationen zu den jeweiligen Zuständen - von Produktionsdaten über Alarme bis hin zu Instandhaltungsinformationen, wie Datenblätter. Der User kann dabei auch mittels Touchpad agieren, um nötige und erlaubte Aktionen durchzuführen. Umgesetzt wird das Ganze durch eine von uns entwickelte Google Glass App und ein Standard Movicon Server als Datenquelle.

Bis wann glauben Sie, dass die Google Glass Alltagsinstrument in der Industrie ist?

Sicherlich wird die Hardware noch individuell an das industrielle Umfeld angepasst werden müssen. Das kann aber sehr schnell gehen, wenn der Markt die entsprechende Nachfrage generiert. In der Automobilindustrie sind Head-Up Displays übrigens schon real und übliche Technik zur Fahrerinformation.

Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus Ihren Studien?

Die Bedienformen und die entsprechende Hardware sind heute einem rasanten Wandel unterworfen. Die Technologie der erweiterten Realität stellt dabei sicherlich einen Quantensprung in der visuellen Darstellung von Informationen dar – da müssen wir als professionelle Softwareentwickler die Zeichen der Zeit erkennen und unseren Kunden und Partnern rechtzeitig entsprechende Lösungen anbieten.

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Progea zeigte auf der SPS IPC Drives eine Google Glass Anwendung für die Industrie. Während der Hype bei den Endanwendern schon wieder zu schwinden scheint, zeigt sich Geschäftsführer Markus Stadelhofer überzeugt vom Nutzen der Wearables.

Wie ist die Kundenreaktion? Warten die Anwender schon gierig auf käufliche Produkte oder geben sie sich noch eher abwartend.

Unsere Kunden beobachten die Trends sehr sorgfältig. Speziell im Maschinen -und Anlagenbau gibt es sehr interessante Ansätze und Gespräche. Letztendlich aber entscheidet der Maschinen-Anwender, welche Form der Interaktion er bevorzugt einsetzen möchte. Auf diese Nachfrage wollen unsere Kunden gut vorbereitet sein, um möglicherweise den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Wie teuer kommt so eine Augmented Reality Lösung?

Die Kosten sind überschaubar. Aufgeteilt in Hardwarekosten für das Head-Up Display und die üblichen Kosten für die Erstellung einer Applikation.