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Fahrzeugschwarm wird industrialisiert

Fraunhofer IML, Kion Group, LoadRunner
Mit der Lizenzierung durch die Kion Group und dem Start des gemeinsamen Enterprise Labs steht die LoadRunner-Technologie der Fraunhofer IML vor dem Durchbruch.
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Die Kion Group lizenziert die LoadRunner-Technologie des Fraunhofer IML für ihre Unternehmensgruppe. In einem gemeinsamen Enterprise Lab soll der mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete autonome Fahrzeugschwarm weiterentwickelt und industrialisiert werden.

Mit dem autonomen High-Speed-Fahrzeug LoadRunner hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML eine neue Generation Fahrerloser Transportfahrzeuge mit verteilter intelligenter Fahrzeugkoordination begründet. Nun wurde es durch die Kion Group lizenziert.

»Mit seiner Künstlichen Intelligenz wird der LoadRunner zur Blaupause der Intralogistikbranche auf dem Weg in eine in Echtzeit vernetzte, digitale Plattformökonomie. Die Fahrzeugschwärme vereinen die Fähigkeiten von leistungsfähiger Sortier- und Fördertechnik mit den Potenzialen autonomer KI-basierter Systeme. Der Start des gemeinsamen Enterprise Labs mit der Kion Group unterstreicht eindrucksvoll das disruptive Potenzial dieser Technologie«, betont Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.  

Im Enterprise Lab am Fraunhofer IML in Dortmund werden acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Partner gemeinsam an der Weiterentwicklung der LoadRunner-Technologie arbeiten. Das Lab ist für eine Laufzeit von mindestens drei Jahren ausgelegt. Gemeinsames Ziel ist die Industrialisierung und Optimierung der KI-basierten Schwarmtechnologie vom Sensor bis zur überlagerten Plattform.

Aktuell kann sich ein LoadRunner hochdynamisch mit bis zu 10 m/s im Schwarm bewegen. Bei Bedarf können sich mehrere Fahrzeuge und bis zu vier passive Anhänger untereinander magnetisch zusammenkoppeln, um große und sperrige Teile zu transportieren. Mit seiner Dynamik und seinem omnidirektionalen Fahrwerk eignet sich der LoadRunner insbesondere für Sortier- und Verteilprozesse. Die Lastabgabe erfolgt ohne zusätzliche Aktorik ausschließlich mittels Trägheit beim Abbremsen des Fahrzeugs. Der einzelne LoadRunner kann Lasten bis zu einem Gewicht von etwa 30 kg allein transportieren und sortieren. Somit lässt er sich zum Beispiel auch für den Transport und die Sortierung von Gepäckstücken an Flughäfen einsetzen.

Die technischen Daten des LoadRunner-Prototyps auf einen Blick:

  • Omnidirektionales Fahrwerk
  • 4 Direktantriebe, 14.4 kW Leistung, kein Getriebe
  • maximale Geschwindigkeit 10 m/s (theoretische Höchstgeschwindigkeit: 25 m/s)
  • Beschleunigung bis 5 m/s²
  • Nutzlast: ca. 30 kg
  • Kamera zur Lokalisierung (400 Bilder pro Sekunde)
  • Ladungssicherung durch hochdynamische Ausrichtung anhand des Beschleunigungsvektors

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