Bürkert

Ein Stück Hardware ist zu wenig!

30. November 2021, 9:14 Uhr | Meinrad Happacher
Michael Rausch
Michael Rausch: »Wir kennen unsere Geräte, der Kunde kennt seinen Prozess. Wenn wir diese Expertise zusammenbringen, können wir Ineffizienz und mögliche Probleme erkennen, diagnostizieren und beheben.«
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Bürkert will jetzt verstärkt die Prozessindustrie mit intelligenten Systemen zur gezielten Anlagenüberwachung angehen. Im Mittelpunkt stehen hierbei Lösungen, die Zustands- und Diagnosedaten aus IO-Link Feldgeräten übertragen und verarbeiten.

Bürkert hat vor allem jene Kunden im Auge, die IIoT-Anwendungen umsetzen wollen. Dabei stehen insbesondere Betreiber von Brownfield-Anlagen vor Herausforderungen: »Niemand will gerne in eine funktionierende Prozesssteuerung eingreifen, deshalb nutzen wir ein Edge Gateway für einen effektiven Datentransfer, um die Anwendung für den Kunden zu vereinfachen», erklärt Lukas Endress, New Business Development Manager bei Bürkert. Denn klar ist: »Die Kunden wollen mehr über ihren Prozess und ihre Anlage erfahren, um rechtzeitig zu handeln, bevor ein Problem entsteht oder dieses schnell zu lösen. Dabei übertragen wir gezielt die Zustands- und Diagnosedaten von IO-Link Feldgeräten über ein Edge Gateway, um den Prozessablauf in der klassischen Steuerung nicht mit zusätzlichem Datentraffic zu belasten. IO-Link ist bei vielen Kunden mittlerweile gesetzt und stark nachgefragt«, sagt Lukas Endress.

 

Aus Daten Mehrwert generieren

Um aus diesen Daten Mehrwert zu generieren, entwickelt Bürkert mit seinen Kunden Applikationen, mit deren Hilfe Daten verarbeitet, ausgewertet und visualisiert werden können. So entstehen aus Daten wertvolle Informationen für den Betrieb der Anlage und die anstehende Prozessoptimierung. »Auf diese Informationen geben wir dem Anwender entsprechend seinen Anforderungen einfachen Zugriff – egal ob sie in der Cloud oder auf Dashboards des Edge Gateways einsehbar sein sollen«, sagt Michael Rausch, Segment Manager Hygienic bei Bürkert. »Unser Ziel ist, gemeinsam mit dem Kunden Daten zu analysieren und Informationen daraus abzuleiten. So sind etwa die Verschleißgrenzen von Feldgeräten stark abhängig vom Medium und Zusammenhängen im jeweiligen Prozess und daher oft nur schwer auszumachen. Wir kennen unsere Geräte, der Kunde kennt seine Anlage und seinen Prozess. Wenn wir diese Expertise zusammenbringen, können wir Ineffizienz und mögliche Probleme erkennen, diagnostizieren und beheben. Im Optimalfall schon bevor sie überhaupt zum Risiko werden.« Ein Beispiel: »Wir können auf diese Weise ungewollte Ventilöffnungen in der Anlage detektieren und dem Kunden genau sagen, ob und wie lange ein Ventil ungewollt geöffnet war. Das war in der Vergangenheit schwierig herauszufinden. Wenn ein solches Event auftritt, benachrichtigen wir den Kunden per E-Mail oder SMS. So kann er analysieren, welche Charge unbedingt überprüft werden muss. Das Risiko für Rückrufe kann dadurch signifikant reduziert werden«, so Rausch.


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