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Fünf aktuelle Robotik-Trends

16. Dezember 2022, 10:18 Uhr | Inka Krischke
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Industrieroboter können auch nachträglich in den Maschinenbestand integriert werden. Bei der Automatisierung der Produktion mit CNC-Maschinen kann ein Roboter die Bestückung und das Werkstückhandling übernehmen.
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Sind Roboter die Heilsbringer in der Produktion? Fünf aktuelle Trends zeigen, wie mit dem Einsatz von Robotern die Digitalisierung vorangetrieben und Fachkräftemangel vorgebeugt werden kann.

Im Jahr 2021 kamen 141 Roboter auf 10.000 Arbeitende in der weltweiten verarbeitenden Industrie. Laut den Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) für das Jahr 2021 beläuft sich der Gesamtbestand an Robotern mittlerweile auf 3,5 Millionen. Davon arbeiten mehr als 1 Mio. Einheiten allein in China. Auch im Punkt neuinstallierte Anlagen im Jahr 2021 ist China weltweit führend: Über eine Viertelmillion Roboter wurden letztes Jahr dort neu installiert. Mit großem Abstand folgen Japan (47.000), die USA (35.000) und Südkorea (31.000). Europa muss sich aber auch nicht verstecken. Im Jahr 2021 wurden knapp 85.000 neue Einheiten in Betrieb genommen.

Das heißt, die Nachfrage nach Industrierobotern ist so hoch wie nie zuvor – über eine halbe Million neue Industrieroboter in 2021 sind ein neuer Rekord. Für 2022 erwartet die IFR erneut, dass die weltweiten Roboterinstallationen ansteigen und knapp 570.000 neue Einheiten installiert werden.

Einsatzgebiete von Robotern

Wer an Roboter in der Industrie denkt, hat vermutlich als erstes Bild die Fertigungsstraße im Automobilbau vor dem Auge. Tatsächlich war die Autobranche bisher auch führend in der Industrierobotik. Überholt wurde sie im Jahr 2021 von der Elektro- und Elektronikindustrie, was zeigt, dass die Industrierobotik nun in der Breite der Industrie ankommt. Auf dem dritten Platz rangiert die metallverarbeitende Industrie, gefolgt von der chemischen und der Lebensmittelindustrie.

Die Trends in der Industrierobotik

  • Trend I: Digitalisierung der Produktion. Eine vollständig digitalisierte Produktion vom Auftragseingang bis zur Auslieferung – das ist die Industrie 4.0. In der Fertigung geht der Trend klar hin zu individualisierten Produkten. Dies führt zu einem immer kleiner werdendem Margenvolumen. Eine solche Produktion ist nur erschwinglich, wenn sie automatisiert und digitalisiert ist. Und ohne Roboter, keine Automatisierung.
  • Trend II: Automatisierung gegen Fachkräftemangel. Sowohl auf lange als auch auf kurze Sicht ist Fachkräftemangel ein Problem. Corona hat gezeigt, dass ein akuter und plötzlicher Ausfall von Arbeitskräften die Lieferketten und damit ganze Produktionen bedroht. Roboter können diese sichern und so die Widerstandsfähigkeit der Logistik erhöhen. Und weiterhin wird die Gesellschaft immer älter. Die niedrigen Geburtenraten und die Babyboom-Generation, die in den Ruhestand geht, lassen einen massiven Arbeitskräftemangel erwarten. Dabei ist die Situation in allen großen Volkswirtschaften ähnlich.
  • Trend III: Low-Cost-Roboter. Günstigere Robotereinheiten, sogenannte Low-Cost-Roboter, sind immer gefragter. Im Gegensatz zu ihren großen Geschwistern, den Industrierobotern, sind sie zwar weniger präzise, tragen nur leichtere Lasten und sind nicht so langlebig. Dafür sind sie einfach zu bedienen, können von Betrieben selbstständig installiert werden und vor allem sind sie eben preiswerter. Das macht sie insbesondere für KMU interessant. Knapp die Hälfte aller deutschen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern wollen sich Roboter ins Haus holen.
  • Trend IV: Automatisierung des älteren Maschinenbestands. Ist der aktuelle Maschinenbestand technisch und fertigungsqualitativ auf dem gewünschten Stand, so macht es finanziell keinen Sinn, neue automatisierte Anlagen zu erwerben. Um dennoch auf den Zug der Automatisierung aufzuspringen, können vorhandene Maschinen oft nachträglich automatisiert werden. Dies steigert die Produktivität bei gleichbleibender Qualität. Bei großen Stückzahlen und weniger Variation bietet die Robotik eine Möglichkeit der Werkstückautomatisierung. Aufgrund ihrer Flexibilität können Roboter an verschiedenen Anlagen eingesetzt werden. Im Vergleich zu anderen Handlingsystemen, wie dem Palettenhandling, sind die Investitionskosten bei Robotertechnik geringer.
  • Trend V: Gebrauchte Industrieroboter. Die steigenden Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau zeigen, dass viele Betriebe ihren Maschinenpark ausbauen wollen, um ihre Kapazitäten zu steigern. Dennoch sind Investitionen mit wirtschaftlichem Risiko verbunden. Wer mit den teils langen Lieferfristen von Neumaschinen nicht arbeiten kann, orientiert sich auf dem stetig wachsenden Gebrauchtmaschinenmarkt.

Über Surplex

Surplex ist ein Industrieauktionshaus und handelt weltweit mit gebrauchten Maschinen und Betriebseinrichtungen. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf unterhält Büros in 15 europäischen Ländern. Über 200 Mitarbeiter aus 20 Nationen erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 100 Mio. Euro.


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