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Artikel und Hintergründe zum Thema

Cyberkriminalität

Elke von Rekowski | Davina Spohn,

Windows-PCs per Office-Datei gekapert

Mit Hilfe von manipulierten Office-Dokumenten können Cyberkriminelle aktuell die Kontrolle über PCs übernehmen. Schuld ist eine neue Zero-Day-Sicherheitslücke in verschiedenen Windows-Versionen.

Laut dem Sicherheitsunternehmen Trend Micro sind aktuell mit einem Virus infizierte PowerPoint-Dateien im Umlauf.

© Stonesoft

Das Sicherheitsunternehmen Trend Micro warnt vor Office-Dateien, die im Anhang von E-Mails empfangen werden. Diese Dateien könnten einen Virus enthalten, der eine jetzt entdeckte Zero-Day-Sicherheitslücke in verschiedenen Windows-Versionen ausnutzt. Anwender sollten daher besonders vorsichtig sein, wenn sie Anhänge mit Office-Dateien von unbekannten Absendern erhalten.

Wird eine infizierte Datei geöffnet, erhält der Anwender eine Windows-Sicherheitswarnung, ob er aktive Inhalte im Dokument erlauben möchte. Wer diese Warnung ignoriert, muss keinen zusätzlichen Bearbeitungsschritt im Dokument selbst vollziehen, um die Infektion zum Abschluss zu bringen. Das Anklicken einer im Dokument eingebetteten Datei oder URL ist dazu also nicht erforderlich. Daher ist das Infektionsrisiko besonders hoch.

»Auch wenn der Anwender die Möglichkeit hat, das Ausnutzen der Sicherheitslücke an der letzten Stelle der Infektionskette durch seine Weigerung zu verhindern, ist die Lücke sehr gefährlich. Denn die meisten Nutzer, die bislang die relativ häufig vorkommende Windows-Sicherheitswarnung mit Ja beantwortet und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, dürften versucht sein, einfach aus guter Gewohnheit auch in diesem Fall auf Ja zu klicken«, so Sicherheitsexperte Udo Schneider bei Trend Micro. Die von dem Sicherheitsunternehmen untersuchten infizierten Dateien enthalten ein bösartiges OLE-Objekt (OLE = Object-Linking-and-Embedding). Es missbraucht die Windows-Sicherheitslücke, um darüber bösartigen Code mit den Privilegien des angemeldeten Anwenderprofils auszuführen. Grundsätzlich lassen sich für diesen Angriff neben PowerPoint-Dateien sämtliche Dokumentenarten, welche die Einbettung von OLE-Objekten erlauben nutzen, darunter zum Beispiel auch Office-Dokumente.

Das Unternehmen rät zur Installation von verhaltensbasierten Sicherheitslösungen und empfiehlt dringend, diese Lösungen immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Unternehmen sollten zudem Lösungen einsetzen, mit deren Hilfe sich Sicherheitslücken virtuell lassen, bis Patches vorhanden sind.

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