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Artikel und Hintergründe zum Thema

tec.nicum

Inka Krischke,

Von digital Lockout-Tagout bis KI

Bruno Diniz: »Wir wollen ein umfassendes globales Dienstleistungsportfolio anbieten.« © tec.nicum

tec.nicum, die Dienstleistungssparte der Schmersal-Gruppe, präsentiert ein deutlich erweitertes Service-Angebot – insbesondere im Bereich neue digitale Technologien. Über die Details informiert Bruno Diniz, Leiter von tec.nicum – Solutions & Services.

Herr Diniz, Sie wollen das Angebot von tec.nicum ausbauen. Warum?
Die Digitalisierung und Konzepte wie Industrie 4.0. verändern die Abläufe in der Fertigung. Das heißt, wir müssen unsere Kunden mit neuen Technologien und angepassten Serviceleistungen unterstützen. Man denke beispielsweise an den wachsenden Anteil von Softwarefunktionalitäten in den Geräten. Auch der Austausch von Daten und Dokumenten mit den Geräten in digitaler Form wird umfassender. Darüber hinaus haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden nicht nur punktuelle Leistungen wünschen, wie etwa eine Risikobeurteilung oder ein Konzept für die Absicherung einer einzelnen Maschine, sondern Komplettlösungen und Lösungen, die auch die gesamte Wertschöpfungskette betrachten und bewerten. Und nicht zuletzt gehören multinationale Konzerne zu unseren Kunden, mit Produktionswerken in diversen Ländern und Kontinenten, die Wert auf einheitliche Sicherheitslösungen und Sicherheitsstandards legen. Angesichts dieser Entwicklungen bei der Nachfrage nach Safety Services haben wir uns strategisch neu ausgerichtet und unser Service-Portfolio erweitert, so dass wir nun auch Technologien wie IIoT und Cloud-Lösungen anbieten.

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Welche neuen Serviceleistungen bieten Sie genau an?
Im Wesentlichen haben wir den bisherigen vier Angebotsbausteinen zwei Bausteine hinzugefügt: Digitalisierung und Outsourcing. Beim Baustein Digitalisierung geht es um digitale Lösungsangebote, die nicht nur die Sicherheitstechnik betreffen, sondern den Kunden auch dabei unterstützen, seine Industrie 4.0-Konzepte umzusetzen und seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir bieten zum Beispiel verschiedene Plattformen und Systeme an, mit denen der Kunde eine Vielzahl von Daten aus der Produktion visualisieren, analysieren und bewerten kann. Dazu gehören Videoanalysesysteme ebenso wie Systeme zur automatisierten Qualitätssicherung und Tools für das Energiemanagement. Für den Arbeitsschutz etwa bieten wir jetzt das Videoanalysesystem ‚tec.iara‘– Artificial Intelligence for Accident Reduction – an – eine KI-basierte, visuelle Sicherheitsüberwachung, die Unfallrisiken in Echtzeit erkennen kann, indem das System die Interaktion zwischen Menschen, Objekten und der Arbeitsumgebung beobachtet.

Ebenfalls neu im Service-Angebot des tec.nicum: tec.dloto – Digital Lockout-Tagout. Dabei handelt es sich um eine Software, die eine unterstützende, digitale Überwachung des Lockout-Tagout-Prozesses bietet, der Arbeitsunfälle verhindert, indem Maschinen vorübergehend vollständig von ihren Energiequellen getrennt werden. Mithilfe der Software können menschliche Fehler durch die erhöhte Verfügbarkeit von Informationen für jedes Gerät und jeden Isolationspunkt ausgeschlossen werden.

Und was verbirgt sich unter dem Baustein Outsourcing?
Beim Outsourcing bieten wir Komplettlösungen an – von der vormontierten Schalttafel bis zu integrierten Sicherheitslösungen, bei denen die gesamte Wertschöpfungskette analysiert wird. Die Zielsetzung ist dabei immer, die Prozesse unserer Kunden zu verbessern und zu vereinfachen – etwa indem wir Unterstützung bei der Produktentwicklung leisten und die Produkte durch Co-Design optimieren. Während der gesamten Produktentwicklung finden wir beispielsweise Verbesserungen oder stellen auf Plug-and Play-Systeme um, so dass die Lieferung und Montage der Produkte viel schneller geht. Wir wollen damit nicht zuletzt auch dazu beitragen, dass unsere Kunden ihre Kosten in den Betrieben senken können.

Welche organisatorischen Veränderungen gibt es?
Das tec.nicum ist nun nicht mehr nur ein Geschäftsbereich, sondern ein eigenständige, 100prozentige Tochtergesellschaft der Schmersal-Gruppe, mit unserem Hauptquartier in Kirkel-Limbach, dem Sitz der ehemaligen Firma omnicon enginieering, die in tec.nicum – Solutions & Services aufgegangen ist. Ein weiteres Büro befindet sich in der Schmersal-Hauptverwaltung in Wuppertal. Und außerhalb Deutschlands haben wir zentrale Standorte in Brasilien und Indien. Weltweit haben wir zurzeit 162 Mitarbeiter – mit wachsender Tendenz.

Halle 9, Stand 460

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