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Artikel und Hintergründe zum Thema

Pilz

Marcus Fritzmann,

Sicherheit und Transparenz im Maschinenlebenszyklus

In jeder Phase des Lebenszyklus einer Maschine entstehen spezifische Anforderungen an die Sicherheit und damit an Produktionsleiter, Sicherheitsverantwortliche oder auch das Management. Wichtig für eine transparente und normgerechte Produktion ist die Verbindung von Menschen, Maschinen und Daten.

© Pilz

Im gesamten Maschinenlebenszyklus funktioniert das Zusammenspiel aus Personal, Maschine und Prozess dann zuverlässig, wenn vier zentrale Werte erfüllt sind:

1. Mitarbeiterschutz. Mit dem Schutz des Menschen vor physischen und psychischen Gefährdungen steht der Mitarbeiterschutz an erster Stelle. Eine Gefährdungsbeurteilung legt den Grundstein für ein effektives Schutzkonzept, das beispielsweise die Zugänge und Berechtigungen des Personals einschließt. Das Schutzkonzept wird regelmäßig auf seine Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf überarbeitet.

2. Haftungsschutz. Kommt es im Verlauf der Betriebsphase dennoch zu einem Arbeitsunfall, stellt sich die Frage, ob Verantwortliche haftbar gemacht werden können. Im Vorfeld getroffene Maßnahmen, wie etwa die Unterweisung von Mitarbeitern, muss ein Unternehmen im Fall der Fälle auch nachweisen können. Die Schutzmaßnahmen müssen also gut dokumentiert werden und die Unterlagen jederzeit aktuell und griffbereit sein.

3. Produktivität. Auch wenn die Sicherheit der Menschen an oberster Stelle steht, sollte gleichzeitig im gesamten Maschinenlebenszyklus die Produktivität erhalten werden. Die Reduzierung von Manipulation und Fehlbedienung sowie die Kontrolle der Zugänge trägt dazu bei.

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4. Security. Um den Schutz der Daten und damit Security zu gewährleisten, müssen Maschinen und Prozesse vor unberechtigten Zugriffen von innen und außen geschützt werden. Dabei ist Security ein ‚moving target‘, das regelmäßige Risikobeurteilungen erfordert, weil sich die Bedrohungen durch Cyberangriffe oder Manipulationen stetig weiterentwickeln.

All diese Werte erfordern, dass der Maschinenpark dem Stand der Technik entspricht, geltende Normen eingehalten werden und Qualifikationen des Bedienpersonals stets aktuell verfügbar sind.

Die vernetzte Zukunft im Shopfloor

In der Natur bildet das Myzel ein unsichtbares Netzwerk aus feinen Pilzfäden, das Bäume, Pflanzen und Mikroorganismen miteinander verbindet. Die Software-as-a-Service-Lösung ‚Myzel Lifecycle Platform‘ von Pilz greift dieses Prinzip auf und schafft Verbindungen zwischen Daten, Menschen und Maschinen, fördert den Wissensfluss und bildet die Grundlage für intelligente, adaptive Systeme – aus einem biologischen Vorbild wird eine technologische Vision für eine vernetzte Zukunft. Im ersten Release gibt es die Plattform mit integriertem Asset Management und frei wählbaren Workflows.

Verbindung zwischen Mensch und Maschine

In der Plattform können Betreiber ihre Produktionsstandorte vollständig digital abbilden, inklusive aller Maschinen, Dokumente und Anwender. Jede Maschine lässt sich mit relevanten Artefakten wie Bedienungsanleitungen, Validierungen, Konformitätserklärungen oder Wartungsplänen verknüpfen. Mitarbeitende werden mit Schulungsnachweisen, Zertifikaten und Berechtigungen hinterlegt.

Diese Informationen sind jederzeit von jedem Standort aus abrufbar und auch offline nutzbar. Damit entfällt die zeitintensive Suche nach Unterlagen, die oft dezentral oder nur bei einzelnen Wissensträgern abgelegt sind.

Auf dem Dashboard der Myzel Lifecycle Platform sehen Anwender den Status von Assets wie Daten, Menschen oder Maschinen in Echtzeit. © iStock.com/Farknot_Architect, Pilz

Produktions- und Sicherheitsverantwortliche können alle sicherheitsrelevanten Dokumente in einer zentralen Plattform managen. Die Besonderheit dabei: Während viele Asset-Management-Systeme ausschließlich Maschinen erfassen, betrachtet Myzel auch das Personal. Die Verbindung beider Seiten ist gerade in Sicherheitsfragen essenziell, denn selbst eine rechtskonform betriebene Maschine kann zum Risiko werden, wenn Bediener nicht ausreichend qualifiziert oder berechtigt sind.

Wissensgrundlage als Kern

Den Kern des Software-as-a-Service-Angebots bildet ‚myCore‘ als zentraler Ausgangspunkt. Hier legen Anwender ihre Maschinen an und weisen diesen alle relevanten Dokumente und Informationen wie Bedienungsanleitungen, Zertifikate, Protokolle oder Mitarbeiterdaten zu. Falls bereits ein anderes Asset Management System im Einsatz ist, können die Daten in Myzel importiert werden. Über ein Dashboard haben Benutzer den Status ihrer Assets (Daten, Menschen, Maschinen) im Blick und erkennen direkt, wo Handlungsbedarf besteht – ob zum Beispiel Fristen ablaufen oder Nachweise fehlen. Dieses Dashboard ist an eigene spezifische Bedürfnisse anpassbar, beispielsweise an die verpflichtenden Regelungen eines Unternehmens, um deren Einhaltung sicherzustellen. Vor allem Führungskräften bietet das einen Überblick über die schützenswerten Assets. Für Nachvollziehbarkeit werden im Audit Log alle Aktionen im System und welcher Benutzer diese ausgeführt hat, registriert.

Safety und Security managen

Für Sicherheitsverantwortliche stehen Fragen rund um die Maschinensicherheit im Mittelpunkt. Sie erhalten mit der Myzel Lifecycle Platform Hilfestellung für den Umgang mit Maschinen und Personal. Drei definierte Workflows, die auf Monatsbasis abonniert werden, unterstützen je nach Bedarf: ‚mySafeDesign‘ (sicheres Maschinendesign) führt durch die Risikobewertung beziehungsweise Validierung, ‚mySafeOperation‘ unterstützt den sicheren Maschinenbetrieb wie zum Beispiel bei der Inspektion nach gesetzlichen Vorschriften und ‚myAccessControl‘ übernimmt das industrielle Zugangsmanagement.

Konform auch dank KI

Hinter den jeweiligen Workflows verbergen sich digitale Checklisten und Vorlagen für die Umsetzung, um etwa den Inspektionsbedarf tagesaktuell im Blick zu behalten oder eine Risikoanalyse durchzuführen. Der Anwender kann dabei auf die Unterstützung durch künstliche Intelligenz zurückgreifen: Fotoaufnahmen der Maschine werden KI-gestützt auf mögliche Sicherheitsrisiken untersucht, was eine effiziente Umsetzung ermöglicht.

Die Workflows können Anwender mit fundiertem Fachwissen nutzen, um die Überprüfungen selbst durchzuführen. Mit Service- und Consulting-Experten unterstützt Pilz weiterhin bei der Umsetzung und bietet komplette Dienstleistungspakete, wenn dieses Wissen im Unternehmen nicht etabliert ist. Ändert sich die Normen- und Gesetzeslage, finden Anwender in Myzel aktuelle Vorlagen, um die Konformität verlässlich prüfen zu können. Diese Vorlagen werden laufend in das System eingespeist, manuelle Updates sind nicht nötig. Die Workflows unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Produktionsleiter bei der Erstellung von Nachweisen und entsprechenden Dokumenten entlang des Lebenszyklus. So ist gerade bei einem Unfall oder Haftungsfall die Dokumentation sofort griffbereit.

Berechtigungen einfach managen

Marcus Fritzmann ist Mitarbeiter im Product Management Software & Digital Services bei Pilz.

Dasselbe gilt für den Zugriff auf die Maschine oder die Prozesse: Setzt ein Unternehmen das ‚Identification and Access Management System (I.A.M.)‘ von Pilz ein, werden im Workflow myAccessControl alle Zugänge und Berechtigungen zentral verwaltet sowie die damit verbundene sichere Betriebsartenwahl übersichtlich dargestellt. Erfordern manche Tätigkeiten eine gewisse Qualifikation, wird diese hinterlegt; beim Ablauf des Nachweises zeigt die Plattform den Handlungsbedarf auf. Auch wiederkehrende Maßnahmen wie obligatorische Sicherheitsunterweisungen können in der Plattform dokumentiert werden, was für Übersicht in Security-Fragen sorgt, da klar ist, wer an der Maschine welche Berechtigung hat.

Für den Mitarbeiterschutz erhalten Anwender der Plattform jederzeit einen Überblick, welche Maschinenprüfungen oder Mitarbeiterqualifizierungen vorhanden sind und wann diese überprüft werden müssen. Die lückenlose und systematisch organisierte Dokumentation dient der rechtlichen Absicherung (Haftungsschutz) hinsichtlich Personen- und Maschinenschutz. Durch die vollständigen und jederzeit verfügbaren Unterlagen zu Wartung oder Notfallmanagement werden Produktionsausfälle minimiert und die Produktivität erhöht. Myzel speichert die Daten sicher und datenschutzkonform; die Plattform ist nach ISO/IEC 27017 und ISO/IEC 27018 zertifiziert. Alle Daten liegen auf Servern in der EU. Zudem erhöht ein systematisches Berechtigungsmanagement, das mit dem Workflow myAccessControl umgesetzt werden kann, den Security-Grad.

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