Sicherheitslücken in iOS-Apps
Mehrzahl für Unternehmen untauglich
60 % der beliebtesten iOS-Apps sind nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet. Das haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie im Rahmen einer Testreihe herausgefunden.
Die Forscher des Fraunhofer SIT prüften die 4.600 beliebtesten kostenlosen Apps aller Kategorien aus dem App Store von Apple und fanden teils gravierende Sicherheitslücken in der Programmierung: Bei rund 25 % der Apps verzichteten die Entwickler absichtlich auf Schutzfunktionen und jede fünfte App verschickte Daten an mehr als fünf Unternehmen, die mit der eigentlichen App-Funktion nichts zu tun haben. Bei zahlreichen Anwendungen stellten die Experten auch Verschlüsselungsmängel fest. „Dadurch können versierte Angreifer zum Beispiel PINs ausspionieren und im Falle von Banking-Apps auch finanziellen Schaden anrichten“, sagt Jens Heider, Leiter des Testlabors Mobile Sicherheit am Fraunhofer SIT in Darmstadt.
Für den Massentest der iOS-Apps nutzte das Fraunhofer-Testlabor das selbstentwickelte Testwerkzeug Appicaptor, das jede App auf verschiedene Standardkriterien überprüft und automatisch Testberichte mit einer entsprechenden Gesamteinschätzung generiert.
© Fraunhofer SITZusätzlich zu den beliebtesten Apps testeten die Fraunhofer-Forscher 10.000 zufällig ausgewählte kostenlose Apps und damit mehr als doppelt so viel wie die Top200 aller Kategorien. Die meisten Sicherheitsmängel verursachen Programmierer, die absichtlich Schutzeinstellungen in der Programmierumgebung deaktivieren. Dadurch wird es für Angreifer wesentlich einfacher, Apps zu attackieren. In über zehn Prozent der Apps fanden die Fraunhofer-Tester eine besonders gravierende Sicherheitslücke: Hier ist die gesicherte Verbindung über SSL nicht korrekt implementiert. Über diese Lücke können Angreifer Zugangsdaten stehlen und den gesamten Datenverkehr zwischen der App und dem Handynutzer manipulieren. Dadurch können Angreifer zum Beispiel bei Banking-Apps Geld von Benutzerkonten stehlen. Auch in Sachen Datenschutz und Datensicherung fanden die Wissenschaftler gravierende Mängel. So verschickte eine App Informationen an 16 Unternehmen.











