Female Power

Ungenutzte Potenziale heben

8. Februar 2022, 10:31 Uhr | Carolin Zeller
Female Power; Karriere; Ungenutzte Potenziale heben
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Gerade in MINT-Berufen und in den Führungsetagen sind Frauen unterrepräsentiert. Erfahren Sie, warum Unternehmen von einem höheren Frauenanteil profitieren, wie Organisationen gut ausgebildete Mitarbeiterinnen gewinnen und halten.

Der Frauenanteil der Weltbevölkerung ist etwa gleich dem der Männer. Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland 29,4 % der Führungspositionen von Frauen besetzt. Im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedsstaaten lag Deutschland damit nur im unteren Drittel. Auch in den MINT-Branchen, die eine hohe Innovations- und Wirtschaftskraft haben, sind Frauen unterrepräsentiert. Hier stellt sich die Frage, warum Frauen nicht stärker ermutigt werden, MINT-Berufe zu ergreifen? Warum gibt es noch immer diese Diskrepanz zwischen Männer- und Frauenanteil? Warum greifen wir nicht auf das versteckte Potenzial der Frauen zu? Diese Frage kann so einfach nicht beantwortet werden, sie sollte aber in unseren Köpfen immer reflektiert werden.

Es liegt auf der Hand und ist in vielen Artikeln und Studien erarbeitet: Attribute wie Kreativität, Flexibilität, Empathie, Kommunikation und Kooperation werden von Mitarbeitern und Unternehmen geschätzt und überwiegend Frauen zugeschrieben. Diverse Teams sind kreativer, produktiver und die Stimmung ist ausgeglichener. In manchen Ländern ist es nicht mehr denkbar, rein homogene Teams zu haben. Auch der Markt wünscht sich die Vielseitigkeit in den Unternehmen.

Rollenbild ‚Frau‘ als Hindernis

Sicherlich werden Sie sich fragen, warum die Frauen jetzt nicht einfach mal machen. Haben Sie sich denn schon mal gefragt, mit welchen Rollenbildern die meisten von uns aufgewachsen sind? Welche Sätze haben sie gehört, mit welchen Vorurteilen wurden sie konfrontiert? Was erzählen diese wiederum ihren Töchtern, Schwestern oder Freundinnen? Diese Fragen habe ich erst kürzlich dem Vorstand eines Technologie-Unternehmens gestellt, das mit uns ein globales Frauenprogramm mit mehreren Modulen durchführt. Diese Fragen hatte er bis dahin noch nicht reflektiert, er sprach ganz offen darüber, wie es bei ihm zu Hause war und dass er das ‚Problem‘ der Frauen in Unternehmen und der Berufswelt bis dahin noch nicht gesehen hatte. Aber er wusste, dass sich etwas ändern sollte, wenn man im Markt innovativ agieren will und alle Potenziale und Kandidat*innen nutzen möchte.

Gut ausgebildete Frauen rekrutieren und halten

Unternehmen müssen heute Strategien festlegen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dazu gilt es auch, Stolpersteine aktiv aus dem Weg zu räumen, damit Frauen sich bewerben und auch trotz Familienplanung im Unternehmen bleiben und ihr ganzes Können weiter einbringen möchten. Was sind also erste Ansatzpunkte für Frauen, Führungskräfte und Firmen selbst? Wie will sich ein Unternehmen nach außen positionieren, um für die weiblichen Talente attraktiv zu sein?

Unternehmen brauchen eine Vision, wie sie als Organisation sein möchten, welches Mindset sie auch in Bezug auf Frauen im Unternehmen verinnerlichen möchten. Es gilt, Strategien zu entwickeln, die bessere Karrierechancen für Frauen begünstigen und die Chancengleichheit erhöhen. Nur dann stehen weibliche Talente bei Ihnen vor der Tür und nicht beim Wettbewerb.

Mit Vorurteilen aufräumen

Auch wenn alle davon sprechen, dass wir doch schon so offen und urteilsfrei gegenüber Frauen sind, und Gleichberechtigung kein Thema mehr ist – es gibt noch immer ‚Glaubenssätze‘, Einstellungen oder Gedanken, die unser Tun und Handeln beeinflussen. Ein paar Beispiele:

  • Kann sie das mit 2 Kindern schaffen?
  • Sie arbeitet nur 75%, damit kann sie keine Abteilung führen.
  • Eine alleinerziehende Mutter, das ist mir nicht sicher genug.

Nicht nur das Unternehmen und seine Strategie machen den Unterschied, sondern auch das Auftreten und der Einsatz der Führungskräfte ist entscheidend. Wer wird für die nächste freie Stelle vorgeschlagen? Wird es Max Mustermann, oder traue ich mich auch mal mit der weiblichen Teilzeitkraft zu sprechen, die eigentlich aufgrund ihrer Qualifikation die bessere Kandidatin für die Stelle wäre, aber leider „nur“ 75% arbeitet?


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  2. Tipps für Führungskräfte, Frauen und Unternehmen

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