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So steuern Sie Ihren Stresslevel

22. Februar 2022, 7:45 Uhr | Bernhard Broekman
Den Stresslevel steuern
Erfolgreiches Stressmanagement nach Kaluza
© Pixabay/CC0

Homeoffice und virtuelle Meetings machen das Führen von Teams zu einer Herausforderung. Bei vielen Führungskräften steigt dadurch der Stresslevel. Stressmanagement ist gefragt.

Der berufliche Alltag von Führungskräften in Unternehmen hat durch Corona nicht unbedingt an Stress verloren. Meetings waren nur noch virtuell möglich, das eigene Team zu führen war eine ganz neue Herausforderung. Besonders wichtig in diesen Zeiten, um im Alltag gesund zu bleiben, sind Stressmanagement, Salutogenese, Achtsamkeit und Resilienz.

Zum Stressmanagement unterscheidet das Grundmodell von Kaluza drei Ebenen des Stressgeschehens:

1. Äußere Stressoren: äußere Ereignisse, die Stressreaktionen auslösen. Diese können physikalischer (z.B. Lärm), körperlicher (z.B. Schmerz), sozialer (z.B. Konflikte) oder arbeitsbezogener (z.B. Leistungsanforderungen, Zeitdruck) Art sein. Im Vordergrund stehen heute meist soziale und arbeitsbezogene Stressoren.

2. Persönliche Stressverstärker: persönliche Einstellungen, Motive und Denkweisen, sowie Antreiber, die den Stressoren eine entsprechende Bedeutung verleiht, und

3. Physiologische Stressreaktion: alle körperlichen und psychischen Antworten auf die Konfrontation mit einem Stressor. Diese bewirken im Akutfall eine umfassende Aktivierung und Bereitstellung von Energie, die zur Bewältigung des Stressors eingesetzt wird. Langfristig führen chronische Stressreaktionen bei fehlenden Regenerationsphasen zu Erschöpfung und Erkrankungen, schlimmstenfalls zum Burnout.

Folgende Stresskompetenzen sind nötig

Erfolgreiches Stressmanagement nach Kaluza
Erfolgreiches Stressmanagement nach Kaluza
© B. Broekman

Instrumentelle Stresskompetenz 

Das Ziel besteht darin, den eigenen Alltag so zu gestalten, dass die Entstehung von Stress möglichst von vornherein verhindert wird. Es gilt, äußere Belastungen und Anforderungen im beruflichen und privaten Bereich zu verändern, soweit möglich zu verringern oder ganz abzubauen. Dafür gilt es folgende Ansatzpunkte:

  • Fachliche Kompetenzen: Information, Fortbildung, kollegialer Austausch.
  • Organisatorische Optimierung: Aufgabenverteilung, Ablaufplanung, Ablagesysteme .
  • Selbst- und Zeitmanagement: Arbeitsorganisation optimieren, Prioritäten klar definieren, realistische Zeitplanung.
  • Sozialkommunikative Kompetenzen: Grenzen setzen, häufiger »Nein« oder »Jetzt nicht« sagen, Klärungsgespräche führen.
  • Unterstützung suchen: Netzwerk aufbauen, sich helfen lassen.

Mentale Stresskompetenz

Selbstkritisch stresserzeugende Einstellungen und Bewertungen erkennen, diese zu verändern und förderliche Einstellungen und Denkweisen entwickeln. Ansatzpunkte für persönliche Stressverstärker:

  • Perfektionistische Leistungsansprüche überprüfen und Leistungsgrenzen akzeptieren,
  • Schwierigkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung sehen,
  • sich mit alltäglichen Aufgaben weniger persönlich identifizieren, innere Distanz wahren,
  • den Blick für das »Wesentliche« bewahren,
  • sich des Positiven, Erfreulichen, Gelungenen bewusst werden und dankbar sein,
  • unangenehme Gefühle wie Verletzung oder Ärger loslassen und vergeben lernen,
  • sich selbst weniger wichtig nehmen und »Demut« lernen.

Regenerative Stresskompetenz

Körperliche und psychische Erregung dämpfen und abbauen, für regelmäßige Erholung sorgen und damit langfristig die eigene Belastbarkeit erhalten. Ansatzpunkte für Stressreaktion:

  • regelmäßiges Praktizieren einer Entspannungstechnik,
  • regelmäßige Bewegung,
  • eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung,
  • Pflege außerberuflicher sozialer Kontakte,
  • regelmäßiger Ausgleich durch Hobbys und Freizeitaktivitäten.

  1. So steuern Sie Ihren Stresslevel
  2. So gelingt das Stressmanagement

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