Schwerpunkte

Digitale Work

So steigern virtuelle Teams ihre Leistung

01. Juni 2021, 09:45 Uhr   |  Martin Kruse

So steigern virtuelle Teams ihre Leistung
© Pixabay / CC0

Die Kolleginnen und Kollegen sind im Homeoffice. Wie hält man als Führungskraft das Team zusammen und steigert gleichzeitig die Leistung? Hier gibt Coach Martin Kruse Tipps.

Neulich hatte ich eine Führungskraft im Coaching, die sich fragte, wie sie ihr neues, über ganz Deutschland verteiltes Team einschwören und erfolgreich machen könne. Nachdem wir eine Weile gesprochen hatten, wurde klar, was hinter dem Thema lag: Der Mann hatte Angst. Angst vor der neuen Aufgabe und den Erwartungen seiner Vorgesetzten, Angst vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihm – fernab jeder Kontrolle – auf der Nase herumtanzen könnten und Angst vor Zahlen, die am Ende sein Scheitern unter Beweis stellen würden.

Ein Coach ist kein Berater, er kommt nicht mit einer vorgefertigten Lösung um die Ecke. Doch mein Klient erarbeitete sich selbst Schritt für Schritt einen empathischeren Zugang zu seinem Team. Er erinnerte sich an sich selbst vor einigen Jahren, fragte sich, was er an seinem besten Chef geschätzt hatte und welchen Rat er sich geben würde, wenn er sein eigener Mitarbeiter wäre.

Am Ende standen mehr Mut, weniger Angst, mehr Empathie und Interesse an den eigenen Leuten – weniger Kontrollwille und Funktionsanweisung. Ich bin gespannt, was er in einigen Monaten zu berichten hat.

Leistungssteigerung als Fetisch

Leistungssteigerung kann in einer Leistungsgesellschaft schnell zum Fetisch werden. Schneller, höher, weiter. Lauter, härter, mehr. Wenn nun die Rahmenbedingungen der Leistungserbringung auch noch fremdgesteuert und dabei digital werden: oh Gott!

Das Mindset – die Haltung, analog wie sie ist – hat hier einen großen Einfluss auf das Gelingen. Denn sie bestimmt darüber, wie Führungskräfte mit ihrer neuen Situation umgehen: Suchen sie nach alternativen Kontrollmöglichkeiten, nach digitalen Druckmitteln und dem Kitzel beißenden Misstrauens?

Oder finden sie zu neuen Formen der Zusammenarbeit, weil Vertrauen und Augenhöhe das Miteinander prägen, weil man auf die Beziehungsarbeit vorangegangener Erfahrungen aufbauen kann?

Wer in virtuellen Teams arbeitet, muss seine Aufgaben gut kennen und selber organisieren können. Denn es kann schlicht nicht dauernd ein Chef hinter dem Rücken stehen und die Fehler anstreichen – so schlecht dieser Ansatz bisher funktioniert hat: Jetzt funktioniert er gar nicht mehr.

Seite 1 von 2

1. So steigern virtuelle Teams ihre Leistung
2. Psychologie des Miteinanders

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Leadership Choices GmbH