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Führung: Wie Mitarbeiter zu Opportunisten werden

Führungskräfte sollten einen wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern pflegen - so die moderne Führungslehre. In der Praxis wird oft Druck nach unten abgelassen. Wie raues Klima Mitarbeiter zu Opportunisten macht, beschreibt Management-Berater Dr. Albrecht Müllerschön.

Smileys, die Mitarbeiterführung versinnbildlichen Bildquelle: © Fotolia, Annibell82

Wenn der Umgangston rauer wird, wirkt sich das negativ auf die Motivation der Mitarbeiter sowie auf deren Leistung aus – zumindest mittel- und langfristig. Das lernt man in jedem besseren Führungsseminar. Und doch erleben Mitarbeiter wertschätzenden, von wechselseitigem Respekt geprägten Umgang im Arbeitsalltag oft nicht. Schlimmer noch: Häufig werden sogar die einfachsten Benimm-Regeln vergessen, berichtet Management-Berater Dr. Albrecht Müllerschön.

Da geht zum Beispiel ein altgedienter Mitarbeiter in den Ruhestand, ohne dass zuvor mal ein Vorgesetzter vorbei schaute, ihm die Hand schüttelte und ein Wort des Dankes sagte. Da wird eine hochqualifizierte und -engagierte Fachkraft, die in einem Meeting sachliche Bedenken gegen die Planungen ihres Vorgesetzten äußert, von diesem vor versammelter Mannschaft angeraunzt: ‘Wollen oder können Sie nicht? In beiden Fällen sind Sie hier fehl am Platz.’ Da erhält eine Controllerin von ihrem Chef, der zwei Zimmer weiter sitzt, zehn Minuten vor Feierabend per Mail die Anweisung, sie müsse bis nächsten Morgen eine Präsentation vorbereiten, obwohl dieser weiß: Sie muss ihr Kind pünktlich vom Hort abholen.