Schildknecht

OpenSafety über Bluetooth

27. November 2018, 14:30 Uhr | Günter Herkommer
Thomas Schildknecht
Thomas Schildknecht: „Mit unserer Kooperation mit der EPSG wollen wir das Thema Wireless in Automation weiter vorantreiben.“
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Schildknecht hat eine Partnerschaft mit der EPSG bekannt gegeben. Das Ziel: die sichere und stabile Übertragung des openSafety-Protokolls über Bluetooth-Datenfunk.

Seit Ende 2017 verfügt das IoT Edge-Gateway ‚Dataeagle 7050‘ von Schildknecht bereits über eine Schnittstelle zu Powerlink, dem ursprünglich von B&R entwickelten Industrial-Ethernet-Protokoll. Außerdem können über die im vergangenen Jahr neu eingeführte Produktserie ‚Dataeagle 2730‘ kabellose Sensoren über Bluetooth Low Energy sowie Kabelsensoren über eine M12-IO-Funkverteilerbox angeschlossen werden. Die Daten werden dabei über ein zentrales Gateway eingesammelt und dort zentral zum Beispiel über Powerlink an die Steuerung übergeben.

Nachdem das Unternehmen ebenfalls im vergangenen Jahr auch der Ethernet Powerlink Standardization Group – kurz EPSG – beigetreten ist, hat sich der Datenfunkspezialist aus Murr nun für ein weiteres Projekt mit der EPSG zusammengetan: Gegenstand der in Nürnberg verkündeten Entwicklungspartnerschaft ist das Funksystem ‚Dataeagle 4000‘, mit dessen Hilfe künftig eine kabelgebundene Feldbus-Kommunikation über eine Distanz von bis zu 300 Metern kabellos weitergeführt werden kann. Im ersten Schritt steht die Übertragung von openSafety – dem Protokoll zur Übertragung sicherheitsrelevanter Daten innerhalb einer Powerlink-Umgebung – über UDP im Fokus. Anwenden lässt es sich laut Geschäftsführer Thomas Schildknecht in Zukunft auf alle am Markt verfügbaren Powerlink-Systeme, wie etwa das Steuerungssystem von B&R, oder auch die HMI-PLC-Lösung von Exor. Vergleichbare Lösungen seien bereits seit langem für Profibus und Profinet bei vielen Applikationen mit bewegten Komponenten erfolgreich im Einsatz – etwa als Ersatz für Schleifkontakte.

Eine zuverlässige Datenverbindung über Funk ist Schildknecht zufolge erst durch die von ihm patentierte Datenvorverarbeitung zur Überbrückung kurzfristiger Datenfluss-Unterbrechungen möglich: „Im Gegensatz zu anderen Wireless-Lösungen handelt es sich nicht um eine transparente Funkstrecke. Die Datenkommunikation zwischen Steuerung und Übertragung per Funk ist entkoppelt, da Funk ein langsameres Medium ist und eine höhere Latenz als ein Kabel hat. Verschiedene Algorithmen zerlegen die Datenpakete, filtern und können im Falle einer Interferenz ein verlorenes Datenpaket ersetzen beziehungsweise für eine einstellbare Zeit eine Fehlermeldung in der Steuerung verhindern.“ Dieses Verfahren werde nun zunächst für UDP und später auch in der Powerlink-Version implementiert sein. Verfügbar soll der ‚Dataeagle‘ ab 2019 sein.

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