Hannover Messe 2022

Messeauftakt nach der Pandemie

7. Juni 2022, 10:02 Uhr | Andrea Gillhuber
Abschlusspressekonferenz der Hannover Messe 2022
© Deutsche Messe AG

Laut der Deutsche Messe AG fanden rund 75.000 Besucher*innen den Weg zur Hannover Messe 2022. Überschattet wurde die Messe jedoch von aktuellen Krisen. Die nächste Hannover Messe soll wieder im April stattfinden.

Von einer Messe zur richtigen Zeit sprach Dr. Gunther Kegel, ZVEI-Präsident und zugleich Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Hannover Messe: »Der Neustart der Hannover Messe ist geglückt und genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Sie ist für den Dialog zwischen Politik und Industrie unersetzbar, gerade auch in politischen und gesellschaftlichen ‚Zeitenwenden‘. Die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie haben mit ihren Innovationen gezeigt, dass auf sie Verlass ist beim Umbau zu einer klimaneutralen Industriegesellschaft.«

Trotz des positiven Fazits von Seiten Kegels lässt sich sagen: Die Hannover Messe 2022 war anders. Viele sind ohne Erwartungen nach Hannover gekommen und haben den Messealltag auf sich zukommen lassen. Von sehr positiven Stimmen bis hin zu Enttäuschung war alles dabei. Auch fehlten einige Unternehmen, was aufgrund von Messedopplungen (zeitgleich fanden die Logimat in Stuttgart, IFAT in München und die Nortec in Hamburg statt) und der anhaltenden Corona-Pandemie nicht verwunderlich war. Zwar waren manche Firmen als Aussteller gelistet, waren aber nur als Unteraussteller vertreten. Zum Beispiel ABB: Der Konzern, traditionell mit einem sehr großen Messestand vertreten, war nur als Unteraussteller im Rahmen der Sonderschau Modular & Open Production vertreten. Fehlende Aussteller zwangen die Deutsche Messe auch dazu, die Hallenplanung anzupassen. So waren nur 10 Hallen belegt und diese teilweise auch durch abgetrennte Teile geprägt.

Die Ausstellerzahlen insgesamt, inklusive Unteraussteller, digitalen Teilnehmern und Mehrfach-Präsenzen von Ausstellern beispielsweise auf Sonderschauen oder auf Messeständen von Partnern, gab die Deutsche Messe mit 2500 an. Die Besucherzahlen beziffert die Veranstalterin auf rund 75.000 Besucher*innen vor Ort und weiteren 15.000 Teilnehmer*innen online.

Persönliche Kontakt wichtig

Einig waren sich Aussteller, Besucher*innen und Veranstalter dabei, dass der persönliche Austausch durch nichts zu ersetzen ist. Dieser Ansicht ist auch VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: »In einem Umfeld, das herausfordernder war als je zuvor, hat sich in den Hallen gezeigt, dass der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen ist. Das gilt für den Austausch von Unternehmen mit ihren Kunden oder dem Nachwuchs, aber auch für die hochrangigen Gespräche mit der Politik, für die die Hannover Messe einen idealen Ort bietet.« Brodtmann weiter: »Dass Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck sowie Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger in Hannover ihre Unterstützung für die Anliegen des industriellen Mittelstands zugesichert haben, bedeutet in diesen Zeiten besonders viel. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass die Hannover Messe im kommenden Jahr, wenn Gäste auch aus weit entfernten Ländern hoffentlich wieder problemlos anreisen können, einen weiteren Schritt hin zu ihrem gewohnten Umfang machen wird.«

»Friend-Shoring« als Ziel

Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere anwesende Entscheider*innen aus Politik und Wirtschaft warnten davor, sich von der Globalisierung abzuwenden. Gleichwohl sei eine Neujustierung notwendig. »Friend-Shoring« war ein in diesem Zusammenhang viel genutztes Wort auf der Messe. Gemeint ist, Produktion und Geschäfte in den Ländern aufzubauen, die ein ähnliches Wertesystem pflegen. So wie das Partnerland Portugal, das sich während der Messe als hochattraktiver und dynamischer Standort für Investitionen und Partnerschaften in Szene setzte.

Die nächste Hannover Messe soll vom 17. bis 21. April 2023 stattfinden.

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