Schwerpunkte

IO-Link und Single Pair Ethernet

Konkurrenz oder Kooperation?

26. November 2020, 16:12 Uhr   |  Andreas Knoll

Konkurrenz oder Kooperation?
© Sick/Harting

Single Pair Ethernet ermöglicht die Übertragung von Ethernet-Daten über nur ein Adernpaar und verspricht daher, Sensoren direkt an die Ethernet-Kommunikation anzubinden. Insofern gerät SPE in das angestammte Revier des IO-Link-Standards.

Wird nun zwischen den beiden Techniken Konkurrenz, eher Koexistenz oder ­sogar Kooperation entstehen? Vier Standpunkte.
 

Geringe Kosten versus große Distanzen

IO-Link ist kostengünstig dank Standard-Sensorkabeln, wohingegen SPE die Übertragung größerer Datenmengen über weitere Strecken ermöglicht. Sonja Armbruster, Produktmanagerin Industrielle Kommunikation bei Pepperl+Fuchs, und Hartmut Lindenthal, dort verantwortlich für die IO-Link-Technik, erläutern die Hintergründe.

Hartmut Lindenthal: »IO-Link wird neben SPE auch langfristig eine Daseinsberechtigung haben.«
© Pepperl+Fuchs

Hartmut Lindenthal: »IO-Link wird neben SPE auch langfristig eine Daseinsberechtigung haben.«

Wozu braucht es noch IO-Link, wenn SPE allgemein verfügbar ist?

Hartmut Lindenthal: IO-Link sollte ursprünglich einen Übergang von der binären Signalübertragung zu einer digitalen Kommunikation ermöglichen – mit der bestehenden Standard-Verkabelung. Zudem wurde die Versorgung von Sensoren und Aktoren über nur eine Verbindungsleitung geschaffen. Gemeinsam mit den relativ geringen Kosten für die Schnittstelle und der Rückwärtskompatibilität zu bestehenden Sensor/Aktor-Verbindungen hat dies die Basis für eine breite Gerätevielfalt gebildet. Die einfache Integration in überlagerte Systeme ohne Netzwerk-Management und IP-Adressen-Vergabe ist ein weiterer Vorteil von IO-Link. Künftig könnte SPE für einige Gerätearten einen wichtigen Mehrwert liefern, nämlich dort, wo Kosten eine Nebenrolle spielen und größere Datenmengen zu übertragen sind.

Sonja Armbruster: »IO-Link  ist eine kosten-optimierte Schnittstelle, die eine  problemlose Systemintegration ermöglicht.«
© Pepperl+Fuchs

Sonja Armbruster: »IO-Link ist eine kostenoptimierte Schnittstelle, die eine problemlose Systemintegration ermöglicht.«

Worin liegen Ihres Erachtens die Vor- und Nachteile eines Anschlusses über IO-Link und über SPE?

Sonja Armbruster: IO-Link ist eine kostenoptimierte Schnittstelle, die eine problemlose Systemintegration gestattet. Für die Datenübertragung mittels IO-Link lassen sich ungeschirmte Standardleitungen verwenden. Ein Mischbetrieb – IO-Link/Standard-I/O-Modus – ist möglich, und Verfügbarkeit von Port Class B für Aktoren ist gegeben.
SPE hingegen erlaubt Leitungslängen bis 1000 Metern und Multidrop-Betrieb. Es handelt sich dabei um Kommunikation auf IP-Basis; IP-basierte Protokolle wie etwa http werden zugänglich gemacht.

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