Schwerpunkte

Nachgehakt bei Kevin Carlin, ADI

Einstieg in das IE-Geschäft

22. Januar 2020, 15:46 Uhr   |  Günter Herkommer

Einstieg in das IE-Geschäft
© Analog Devices

Kevin Carlin, Vice President Industrial Automation & Energy bei ADI

Mit der neuen Marke ‚ADI Chronous‘ will Analog Devices beim Thema Industrial Ethernet (IE) künftig ein gewichtiges Wort mitreden. Wie dieses Vorhaben genau aussieht, erläutert Kevin Carlin, Vice President Industrial Automation & Energy bei ADI.

Herr Carlin, auf der SPS hat ADI ein verstärktes Engagement im Bereich Industrial Ethernet angekündigt. Wie sieht dieses konkret aus?

Kevin Carlin: Unser neues Lösungs-Portfolio rund um die Marke ‚Cronous‘, die wir in Nürnberg erstmals vorgestellt haben, wurde speziell für die Herausforderungen einer Kommunikation im Zeitalter von Industrie 4.0, Smart Factories und der digitalen Transformation konzipiert. Das bedeutet: Unser Ziel besteht darin, die effiziente Entwicklung robuster, skalierbarer Ethernet-Verbindungs-Lösungen zu ermöglichen, welche die heutigen industriellen Netzwerke sowie die TSN-basierten Systeme von morgen adressieren.

Welche konkreten Neuheiten bringen Sie hierzu auf den Markt?

Carlin: Unter den Bezeichnungen ADIN1300 und ADIN1200 haben wir zunächst unsere erste Industrial-Ethernet-PHY-Technologie vorgestellt. Dabei handelt es sich um Produkte, die für den Einsatz in Industrieanwendungen ausgelegt sind und Geschwindigkeiten von 1 Gbit beziehungsweise 100 Mbit bieten. Mit den beiden neuen Produkten, die bereits vollständig freigegeben und direkt bestellbar sind, verringern wir gleichzeitig die Leistungsaufnahme sowie die Latenzzeit des Systems und verkleinern die Abmessungen der Ethernet-PHY-Technologie erheblich, um robustes Industrial Ethernet für zeitkritische Anwendungen zu ermöglichen.
Außerdem haben wir unser getestetes Embedded-Referenzdesign für den Bereich Netzwerke vor, welches 10/100 Mbit-Konnekti-vität unterstützt. Die Lösung beinhaltet verifizierte Schaltpläne sowie Layout-Empfehlungen und ist in Verbindung mit unseren Embedded Switches, PHYs und Prozessoren direkt von Kunden in jedem Systemdesign einsetzbar. Das Referenzdesign wird komplett mit verifizierter Netzwerk-Software geliefert, welche die meisten der heutigen Industrieprotokolle sowie wichtige TSN-Funktionen unterstützt, die für ein deterministisches Netzwerk-Design erforderlich sind.

Der Markt für IE-Lösungen ist bereits stark von verschiedenen Anbietern besetzt – welchen spezifischen Mehrwert kann ADI als ‚Newcomer‘ bieten?

Carlin: ADI ist der erste Halbleiterhersteller, der einen Prototypen für 10BASE-T1L-PHY entwickelt hat und diese neue Technologie wird ein wichtiges Werkzeug für die Verbreitung von Ethernet im Feld sein. Durch die Lösung der Herausforderung von Entfernung und Leistung bei gleichzeitiger Eignung für den Einsatz in eigensicheren Anwendungen überwindet diese Technologie die Hürden, die bisher den Einsatz von Ethernet in Feldapplikationen mit Sensoren niedriger Leistung begrenzten.
Darüber hinaus haben wir zur SPS einen Prototyp unseres neuen skalierbaren Ethernet-Switches vorgestellt. Dieser unterstützt die gesamte Palette der TSN-Funktionen und ist gleichzeitig skalierbar in der Bandbreite von 10 SPE bis 1 Gbit sowie hinsichtlich der Portzahl – sprich von drei bis sechs Ports. Dieses Portfolio wird die Flexibilität und Skalierbarkeit bieten, um praktisch jede Topologie und Netzwerk-Architektur in der Fabrik der Zukunft zu unterstützen. Auch diese Lösung wurde entwickelt, um Flexibilität bei der Auswahl der TSN-Funktionen zu ermöglichen und gleichzeitig alle wichtigen Industrial-Ethernet-Protokolle zu unterstützen – Stichwort Abwärtskompatibilität.

ADI hat kürzlich die Firma Test Motors übernommen. Können Sie mehr über die Hintergründe der Übernahme sagen?

Carlin: Test Motors ist ein Unternehmen, das sich auf die vorausschauende Wartung von Elektromotoren und Generatoren spezialisiert hat. Diese Akquisition baut auf unserem Kauf der Firma OtoSense im vergangenen Jahr auf – einem Start-up-Unter­nehmen, das eine ‚sensing inter-pretation‘-Software entwickelt hat, die in der Lage ist, Geräusche oder Vibrationen zu lernen und zu erkennen, und darauf basierend potenzielle Probleme in einer Werksmaschine oder einem Motor zu identifizieren, bevor sie gefährlich werden. Wir planen, die Software von OtoSense mit den Über­wachungsfunktionen von Testmotoren zu kombinieren. Auf diese Art möchten wir Lösungen schaffen, die eine fortschrittliche, ganzheitliche Momentaufnahme des Maschinen­zustands bieten, indem sie eine größere ­Bandbreite möglicher Fehler erfassen.

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