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Digital und nachhaltig – Infrastruktur 4.0 neu gedacht

10. August 2022, 15:58 Uhr | Thomas Rappold

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Intelligente Infrastrukturen schaffen

Die Politik hat erkannt, dass es ohne umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur für digitale und erneuerbare Energien nicht geht. Mit dem 750 Mrd. Euro schweren „Next Generation“-Fonds steht den Ländern der EU nun eine neue Finanzierungsfazilität zur Verfügung, die den Wandel hin zu einem „klimaneutralen, digitaleren und widerstandsfähigeren Europa“ unterstützen soll. US-Präsident Biden will gar mit einem zwei Billionen Dollar schweren Investitionsprogramm die marode Infrastruktur in den USA auf Vordermann bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Sanierung von Straßen und Brücken, sondern schwerpunktmäßig die Transformation der USA hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Anlässlich der „Zeitenwende“-Debatte im deutschen Bundestag gebrauchte der deutsche Finanzminister Christian Lindner gar den Begriff „Freiheitsdividende“ im Zusammenhang notwendiger Investitionen in eine Energiewirtschaft weg von fossilen Brennstoffen.

 Digital und nachhaltig – Infrastruktur 4.0 neu gedacht
Mit dem Solactive Digital Infrastructure and Renewable-Index (ISIN: DE000VV1HD38) von Vontobel können Anleger über ein Indexzertifikat in die 20 wichtigsten Aktien führender Unternehmen im Bereich Digitaler Infrastruktur und erneuerbarer Energien Infrastruktur investieren. Dabei deckt der Index die gesamte Wertschöpfungskette mit Unternehmen aus den Sektoren Erzeuger von erneuerbarer Energie, intelligenter Netzbetreiber, elektrische Ladeinfrastruktur, digitale Infrastrukturausrüstung, Betreiber von Mobilfunkmasten, Betreiber von Rechenzentren und Anbieter von digitalen Breitbandnetzen.
© Solactive/Thomas Rappold

In den vergangenen zehn Jahren ist die weltweite Nachfrage nach elektrischer Energie um 33 % gestiegen, bis 2050 dürfte dieser Bedarf um mehr als 50 % weiter steigen. Dabei spielen die Digitalisierung – und die Elektrifizierung vieler Branchen eine entscheidende Rolle – von Rechenzentren über Systeme für erneuerbare Energien bis hin zu Unterhaltungselektronik und Elektrofahrzeugen. Die Elektrifizierung unseres Lebens macht damit die Dekarbonisierung umso dringlicher, also die Erzeugung von Strom aus CO2-freien Quellen. Intelligente Netze sind der Schlüssel für eine nachhaltige Energiewende. Was bisher allerdings fehlt ist eine intelligente Netzsteuerung, eine Art Betriebssystem für den Ökostrom und intelligente Stromspeicher.

Der aktuelle Report „Global Mobile Economy Report 2022“ der Standardisierungsbehörde GSMA kommt zu dem Schluss, dass bisher keine Mobilfunkgeneration so schnell eingeführt wurde wie der neue Mobilfunkstandard 5G. Weltweit sind demnach knapp 200 5G-Mobilfunknetze in 70 Ländern in Betrieb. Die Zahl der Verbindungen soll noch in 2022 die Marke von einer Milliarde überschreiten. Der Netzwerkanbieter Cisco Systems stellt zwischen 2017 und 2022 eine 3,7-fache Steigerung des Internetverkehrs auf 350 Exabytes pro Monat fest. Hinweis: Ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte. Für das Jahr 2023 rechnet Cisco mit 5,3 Milliarden Internetnutzern, die jeweils im Schnitt 3,6 internetfähige Geräte nutzen. Alleine diese Zahlen untermauern die Notwendigkeit des massiven Ausbaus digitaler Infrastruktur.

Verantwortlich dafür, dass die neuen digitalen Arbeitsformen technisch nahezu reibungslos verliefen, war das Cloud-Computing. Immer mehr Rechenleistung und Dienste werden aus der Cloud heraus skalierbar angeboten. Die digitale Infrastruktur besteht zukünftig aus einem intelligenten Zusammenspiel von Edge Computing, 5G/6G, Breitbandkommunikation und Digitalen Datencentern in der Cloud.

Infrastruktur 4.0 aus Anlegersicht

Digital und nachhaltig – Infrastruktur 4.0 neu gedacht
Der Autor: Thomas Rappold ist Experte für Technologieinvestments, FinTech-Unternehmer und internationaler Bestsellerautor.
© I&S Internet & Security

Infrastruktur im Generellen ist ein Wachstumsmarkt. Der aggregierte Infrastruktur-Investitionsbedarf bis 2030 summiert sich auf 49 Billionen Dollar. Der hohe Kapitalbedarf macht deutlich, dass diese Summen nicht alleine von Regierungen gestemmt werden können. Der Finanzindustrie in Form von institutionellen und privaten Anlegern kommt eine große Bedeutung zu. Für Privatanleger in Zeiten volatiler Aktienmärkte und niedriger Verzinsungen bieten innovative Infrastrukturanlagen vier wesentliche Chancen:

  • Partizipation an den Megatrends Digitalisierung und erneuerbare Energien
  • Investieren in nachhaltige Anlageformen
  • Vorteile klassischer Infrastruktur mit Chancen der Wachstumsmärkte kombinieren
  • Profitieren von stabilen Cashflows und Dividenden. 

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