"Drei Fragen an..." - im Dezember

Die Firmen-Roadmap zu TSN

14. Dezember 2020, 10:05 Uhr | Tiffany Dinges

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Pilz: »Schutz von Mensch und Maschine ein essentieller Bestandteil«

Nils Bücker, Product Management Network Infrastructure, Pilz
Nils Bücker, Product Management Network Infrastructure, Pilz
© Pilz

Als Experte für industrielle Automatisierungsnetze gehört die Auseinandersetzung mit Ethernet-Technologien und -entwicklungen zum Aufgabengebiet von Nils Bücker aus dem Product Management Network Infrastructure bei Pilz. Seine aktuellen Einschätzungen und Ziele.

Wie steht Ihr Unternehmen zu dem künftigen Kommunikationsstandard Time Sensitive Networking (TSN)?

Bücker: Mit Blick auf die 4. Industrielle Revolution mit den daraus wachsenden Kundenanforderungen an moderne Automatisierungsanlagen erweitern wir unser Lösungsangebot strategisch. Das reicht von der physikalischen Infrastruktur bis hin zur Übertragung der Daten in die Cloud sowie deren Verarbeitung. All die verschiedenen Applikationen mit ihren spezifischen Facetten bedürfen einer einheitlichen Übertragungstechnik sowie der Steuerung der Datenflüsse in solchen konvergenten Netzen. Dabei bleibt für uns der Schutz von Mensch und Maschine ein essentieller Bestandteil solcher Lösungen.

Nicht nur der heutige Stand der Technik muss in den konvergenten Netzen zuverlässig arbeiten: Auch die steigenden Anforderungen an verteilte Steuerungssysteme für die funktionale Sicherheit und deren Reaktionszeiten benötigen TSN-Mechanismen für echtzeitfähige Ethernet-Netzwerke.

Vernetzung ist ein Schlüssel zur Zukunft der Automatisierung. Wesentliche Bausteine des Zukunftsnetzwerks Industrie 4.0 sind OPC UA via TSN auf der Steuerungs- und Feldebene sowie I/O-Link auf der Sensorebene.
Wesentliche Bausteine des Zukunftsnetzwerks Industrie 4.0 sind OPC UA via TSN auf der Steuerungs- und Feldebene sowie I/O-Link auf der Sensorebene. Das Engagement von Pilz besteht darin Produkte und Lösungen anzubieten, die immer auf dem Stand der Technik sind, einfach in der Handhabung bleiben und sich in jede Automatisierungsarchitektur einfügen.
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Was erachten Sie momentan als die wichtigsten und dringlichsten Punkte, was die Entwicklung und die Einführung des Standards betrifft?

Bücker: Um die Mechanismen von TSN für eine deterministische Kommunikation für verschiedenste Applikationen in einem konvergenten Netz nutzbar zu machen, ist eine Konfiguration der Komponenten unabdingbar. Die dazugehörigen Standards und Tools sind noch in der Entwicklung bzw. benötigen weiteren Feinschliff. Das Ziel ist, dass die Anwender möglichst automatisiert die Vorteile von TSN und somit die zur Verfügung stehenden Netzwerkressourcen bei einer Koexistenz der verschiedensten Anwendungen optimal ausnutzen können. 

Was konkret erarbeiten Sie in Ihrem Unternehmen bezüglich TSN; wie sieht diesbezüglich Ihre Roadmap aus?

Bücker: Für unser verteiltes, auf Pub/Sub basierendes Automatisierungssystem PSS 4000 führen wir schrittweise verschiedene Funktionen aus den TSN-Standards ein. Wir wollen die Fail-Safe-Reaktionszeiten für verteilte Steuerungssysteme auf Basis unseres Echtzeit-Ethernet – und in Zukunft auch auf Basis von OPC-UA-Safety – optimieren und schlussendlich auch dank der Scheduling-Mechanismen von TSN gewährleisten.

Nils Bücker und das Unternehmen Pilz im Kurzporträt

Nils Bücker, Product Management Network Infrastructure, Pilz
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