Schwerpunkte

OPC UA

Die Companion Specs des VDMA

19. Februar 2019, 00:30 Uhr   |  Andreas Faath | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Zentrale Koordination

Die Entwicklung der OPC UA Companion Specifications in den Arbeitskreisen der VDMA-Fachverbände wird zentral koordiniert. Best Practices, eine Vernetzung zwischen den Arbeitskreisen, entsprechende Templates und letztlich zur Verfügung gestelltes Expertenwissen beschleunigt und strukturiert die Erarbeitung der OPC UA Companion Specifications innerhalb des VDMA. Es werden innerhalb des VDMA Synergie-Effekte gehoben und auf eine Arbeitskreis-übergreifende, kohärente Ausrichtung und Zielvorstellung der Arbeitskreise geachtet. Der Prozess zur Erarbeitung von OPC UA Companion Specifications lässt sich in drei Abschnitte gliedern, die durch unterschiedliche Rollen im VDMA Unterstützung finden. Diese Abschnitte sind:

  • Die Startphase: Hier werden die Projekt- und Zieldefinition sowie der Abgleich mit bereits existierenden oder in Entwicklung befindlichen Standards berücksichtigt. Durch die zentrale Koordination lassen sich gemeinschaftliche und kohärente Ziele zwischen den Arbeitskreisen für die unterschiedlichen Komponenten, Maschinen und Anlagen (folgend Maschinentyp) definieren.
  • Die Standardisierungsphase: Die Branchenexpertise des Arbeitskreises und des VDMA-Fachverbands-Referenten dient nun dazu, die relevanten Kommunikationselemente wie Variablen oder Zustände zu identifizieren, zu konsolidieren und schließlich zu standardisieren. Dies erfolgt aufbauend auf den in der Startphase definierten Maschinentypen, den geplanten Anwendungsfällen der OPC UA Companion Specification und den identifizierten Kommunikationspartnern. Wie bereits in der Startphase gilt es, bestehende Standards und andere OPC UA Companion Specifications zu analysieren und inhaltlich gleiche Kommunikationselemente zu übernehmen.
  • Modellierung von OPC-UA-Informationsmodellen: Im letzten Abschnitt des Prozesses werden die standardisierten Kommunikationselemente mit Hilfe der in OPC UA zu Verfügung stehenden Modellierungselemente wie Alarme, Methoden oder Objekten, in ein OPC-UA-Informationsmodell überführt und ausdetailliert. Das erfolgt mit Hilfe von OPC-UA-Experten. Diese können Teilnehmer des Arbeitskreises selbst, der VDMA-Fachverbands-Referent oder ein externer Dienstleister sein. Innerhalb der Modellierung werden wiederum inhaltlich gleiche Kommunikationselemente von bereits existierenden OPC UA Companion Specifications übernommen oder referenziert.

Besonders im ersten und dritten Abschnitt liegt das Alleinstellungsmerkmal des VDMA. Die zentrale Koordination durch den VDMA soll eine branchenübergreifende Interoperabilität der Companion Specifications begünstigen. Eines der Ziele ist, die Maschinentypen so voneinander abzugrenzen, dass keine Überschneidungen resultieren, sowie eine gemeinschaftliche Ausrichtung der Kommunikationspartner und Anwendungsfälle erfolgt. Dies ist nur möglich, wenn mehrere Arbeitskreise unterschiedlichster Branchen gemeinsam in einer Organisation bereits in frühen Entwicklungsphasen koordiniert und vernetzt werden. Im dritten Abschnitt ist es wichtig, mit geeigneten Mitteln, die branchenspezifischen Kommunikationsinhalte in OPC UA so zu standardisieren, dass unterschiedliche Arbeitskreise gleiche Kommunikationsinhalte identisch beschreiben und aufeinander referenzieren. 

Der Prozess zur Erarbeitung von OPC UA Companion Specifications wird im VDMA-Einheitsblatt 40 000 beschrieben. Innerhalb der VDMA-Einheitsblatt-40xxxer-Reihe erfolgt die Veröffentlichung der OPC UA Companion Specifications. Sie steht kostenfrei zum Download auf opcua.vdma.org zu Verfügung.

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1. Die Companion Specs des VDMA
2. Zentrale Koordination
3. Die Arbeitskreise
4. Industrielle Bildverarbeitung
5. Die Industrie-4.0-Verwaltungsschale und OPC UA
6. Die Umati-Schnittstelle des VDW

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