Schwerpunkte

TSN-Serie Teil 11

Der Open-Source-Chip für drahtloses TSN

17. Juni 2021, 09:12 Uhr   |  Meinrad Happacher


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Konkurrenz oder Symbiose?

„Wird sich TSN oder 5G durchsetzen?“ ist eine häufig gestellt Frage. In Anbetracht der Art und Weise wie die Technologien präsentiert und vermarktet werden, wundert es kaum, dass viele einen Technologiekampf wittern. In diesen scheint nun auch noch deterministisches Wi-Fi eingestiegen zu sein. Doch gibt es diese Konkurrenz überhaupt?

Sicherlich gibt es insbesondere bei den Drahtlos-Technologien eine gewisse Überschneidung des potenziellen Marktes, dennoch sollten die Technologien aus Anwendersicht als komplementäre Bestandteile des konvergenten Netzwerks der Zukunft gesehen werden. Ein Blick auf die technologischen Details offenbart, dass insbesondere bei TSN nicht ‚entweder oder‘ gilt, sondern TSN stets ein integraler Teil der drahtlosen Echtzeitlösungen ist. Bei Wi-Fi ist dies aufgrund derselben Standard-Familie recht offensichtlich. Bei 5G lohnt sich ein genauer Blick hinter die Kulissen der ‚Ultra Reliable Low-Latency Communication‘, um zu erkennen, dass aus Endpunktsicht ein TSN-Netzwerk vorliegt.

Eine Betrachtung der Technologien für die industrielle Kommunikation hinsichtlich deterministischer Eigenschaften wie Synchronisationsgenauigkeit und Latenz, Umgebungsbedingungen, Komplexität, Flexibilität und Kosten legt nahe, dass wir mittelfristig eine ähnliche Aufteilung der Anwendungen sehen werden, wie es heute im IT-Umfeld der Fall ist.

Entscheidend für den Erfolg aller Technologien ist, dass diese gemeinsam als konvergentes Echtzeitnetz funktionieren und effizient durch den Anwender nutzbar sind. Während viele der offenen Punkte innerhalb der einzelnen Technologien bereits in einem sehr fortschrittlichen Studium sind, stehen uns die großen Herausforderungen bei der Konvergenz in nächster Zeit bevor. Doch auch hier ist ein gewisser Optimismus angebracht: Selbst wenn auf den großen Bühnen bisher noch nicht allzu viel davon zu sehen ist, so erhält man bei einschlägigen Konferenzen wie der TSN/A Conference am 29. und 30. September 2021 sowie im Gespräch mit involvierten Firmen häufig schon Informationen über sehr vielversprechende Entwicklungen und Ergebnisse.

Nähere Informationen

Openwifi ist eines der Ergebnisse aus dem ORCA-Projekt, das vom europäischen Horizon2020-Programm unterstützt wurde.

Ein Openwifi-Evaluierungskit mit einem vollständigen TSN-Wi-Fi-Stack und dem notwendigen Support ist derzeit in der Entwicklung. Das Evaluierungskit wird die Schwelle für Unternehmen, die Vorteile von zeitkritischem Wi-Fi zu evaluieren, deutlich senken. Mehr Infos über Ingrid.Moerman@imec.be.

Der Openwifi-Linux-Treiber und die Software können hier heruntergeladen werden (Linux mac80211 compatible full-stack IEEE802.11/Wi-Fi FPGA design based on SDR).

Mittels der (Remote-)IDLab-Testinfrastruktur von imec, der Universität Antwerpen und der Universität Gent können alle möglichen Funktechnologien auf den Prüfstand gestellt werden – von Wi-Fi über 4G, 5G und sogar zukünftige 6G-Funkarchitekturen auf Basis von verteiltem Massive MIMO.

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3. Konkurrenz oder Symbiose?

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