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Der Industrie-4.0-Hype – eine Chance?

02. Juli 2020, 14:51 Uhr   |  Meinrad Happacher

Der Industrie-4.0-Hype – eine Chance?
© Gett Gerätetechnik

Die Anzahl erfolgreicher Industrie-4.0-Umsetzungen ist noch relativ überschaubar. Woran liegt es, dass die vor Jahren angepriesene industrielle Revolution nicht so recht vorankommt?

Umfragen und Markt­analysen gehen aktuell davon aus, dass rund 40 % der 
mittelständischen Unternehmen IoT-Projekte umgesetzt haben beziehungs-weise am Umsetzen sind. Demgegenüber stehen Analysen von McKinsey und Forbes, die davon ausgehen, dass über 50 % dieser Projekte scheitern oder nicht zum gewünschten technischen oder wirtschaftlichen Erfolg führen. Woran liegt es, dass zum einen der Großteil der mittelständischen Unter-nehmen immer noch nicht auf den Zug aufgesprungen ist? Und: Warum scheitern so viele dieser Projekte?

Grund dafür, dass die Umsetzung in Eigenregie oft scheitert, sind lückenhafte Anforderungen, schlechte Use-Cases oder zu optimistische und naiv geplante Geschäftsmodelle. Projekte werden nach einer Weile wieder eingestellt oder Lösungen schaffen es nicht über die Grenzen einer Fachabteilung hinaus. Die Gründe hierfür lauten häufig: zu spezifisch, zu unflexibel, zu teuer und/oder zu kompliziert. Da viele Mittelständler nicht über die notwendigen Ressourcen oder das erforderliche Know-how verfügen, werden externe Anbieter und Dienstleister häufig nach den ersten Fehlversuchen hinzugezogen oder mit der Umsetzung beauftragt.

Handelt es sich um ein geeignetes ­Szenario?

Um Projekte und Digitalisierungsstrategien für Anbieter und Anwender gleichermaßen zu einem positiven Abschluss führen zu können, sollten Auftraggeber und Auftragnehmer grundlegende Fragen beantworten können. Aufgrund ihrer Komplexität haben (I)IoT-Lösungen meist einen vergleichs-weise hohen Erklärungsbedarf.
Gerade bei fehlender Erfahrung sollte ein geeignetes Szenario mit über-schaubarer Komplexität dem Kunden die Möglichkeit zum einfachen Einstieg in die für ihn relevanten Themen und den Aufbau eigener Erfahrungen und Expertisen geben.

Welchen messbaren Gegenwert soll die Lösung bieten?

Oft scheitern Projekte an fehlerhaften Kriterien oder nicht tragfähigen Geschäftsmodellen oder einfach einem fehlenden Problem, denn nicht alles was technisch möglich ist, muss unbedingt sinnvoll sein oder einem Endkunden als relevant und nutzbringend erscheinen. Egal ob ein Projekt die digitale Aufwertung bestehender Lösungen, neuer Produkte oder Dienst-leistungen zum Ziel hat – ohne einen gut quantifizierbaren Nutzen deklassiert sich jede noch so gut umgesetzte Lösung zur Spielerei. Konkrete Vorgaben definieren nicht nur einen Rahmen für Aufwand und Kosten einer Lösung oder Zusatzinvestitionen für benötigte Technik und monatliche Betriebskosten, sondern definieren auch klare, greifbare und nachvollziehbare Grenzen für den technischen und wirtschaftlichen Erfolg einer Lösung.

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1. Der Industrie-4.0-Hype – eine Chance?
2. Welche Nutzungsszenarien sollen realisiert werden?
3. Welche Ressourcen sind nötig?

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