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Der Industrie-4.0-Hype – eine Chance?

02. Juli 2020, 14:51 Uhr   |  Meinrad Happacher


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Welche Nutzungsszenarien sollen realisiert werden?

André Sachs ist Entwickler bei Gett ­Gerätetechnik.
© Gett Gerätetechnik

André Sachs ist Entwickler bei Gett ­Gerätetechnik.

So vielfältig die Nutzungsszenarien im Zeitalter von Industrie 4.0 sind, so viel-fältig sind auch die Lösungsmöglich-keiten und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen. Die Anforderungen und Ziele etwa an After Sales Services, Condition Monitoring, Predictive Maintenance oder X-as-a-Service-Lösungen könnten unter-schiedlicher kaum sein. Erfolgsentscheidende Faktoren wie Verfügbarkeit, Datenaufkommen und Qualität, Funktionen, Flexibilität oder Betriebskosten sind je nach Anwen-dungsfall entsprechend zu gewichten und zu priorisieren. So lassen sich teure Over-Engineered Lösungen ebenso vermeiden wie Low-Cost-Lösungen, die die technischen Anforderungen etwa an Skalierbarkeit oder Flexibilität nicht erfüllen.

Welche Daten sollen wie Verwendung finden?

Auch wenn historisch betrachtet der Transfer und die Speicherung von Daten immer günstiger werden, ist eine passende Datenstrategie für den lang-fristigen Erfolg einer Lösung essenziell. Abhängig vom Nutzungsszenario und eventuellen zukünftigen Anwendungsfällen gilt es Datenaufkommen und Qualität zu planen, um den Aufwand für Erfassung, Transfer und Verarbeitung auf das nötige Mindestmaß zu reduzieren.
Gerade mit Blick auf Machine-Learning-Anwendungen führen zu viele ungefilterte Daten ebenso wie lückenhafte Daten zu Problemen, die das Training der Algorithmen und auch spätere Anwendungen beeinflussen können.
An dieser Stelle kann es hilfreich sein, sich über den Wert der erhobenen Daten und deren weitere Nutzung Gedanken zu machen. Wie lässt sich der Wert beziehungsweise der Informationsgehalt der ermittelten Daten steigern? Welche zusätzlichen Informationen sind daraus ableitbar? Hierdurch können sich zusätzlich Möglichkeiten für neue Anwendungen ergeben.

Welche Kosten sind im Auge zu ­behalten?

Entscheidend für ein Gelingen können neben den Kosten für die Umsetzung und Integration vor allem auch die Folgekosten für den Betrieb und Support sein. Je nach Anwendungsfall, verwendeten Technologien, Plattformen und Infrastruktur, kann der Return on Invest dadurch in weite Ferne rücken. Schnell hängt die Wirtschaftlichkeit einer Lösung oder eines ganzen Produktes von Transferkosten für Daten, Gebühren für Plattformen, Lizenzen für Dienste, Schnittstellen und Software sowie Supportkosten ab. 
Vor allem mit Blick auf Kosten für Plattformen, Support und Services können sich vermeintlich günstige Einstiegsangebote oder All-in-one-Lösungen mit steigender Datenmenge oder Nutzerzahl zu erheblichen Kostentreibern entwickeln. Eine transparente, überschaubare und planbare Kostenstruktur ist deshalb unverzichtbar. 

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1. Der Industrie-4.0-Hype – eine Chance?
2. Welche Nutzungsszenarien sollen realisiert werden?
3. Welche Ressourcen sind nötig?

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