Schwerpunkte

Nachgehakt bei Peter Lutz

Das Gesicht der FLC Initiative

22. Mai 2019, 10:58 Uhr   |  Meinrad Happacher

Das Gesicht der FLC Initiative
© OPC Foundation

Peter Lutz ist Direktor Field Level Communication in der OPC Foundation.

Auf der SPS IPC Drives 2018 stellte die OPC Foundation die Initiative 'Field Level Communication' – kurz FLC – vor. Seit der Hannover Messe hat die Initiative mit Peter Lutz einen Direktor, der die Hintergründe der neuen Management-Aufstellung der OPCF erläutert.

Herr Lutz, welches sind Ihre Aufgaben bei der OPC Foundation? 

Peter Lutz: Als Direktor Field Level Communications der OPC Foundation bin ich für alle Aktivitäten der FLC-Initiative verantwortlich. Hierzu zählt nicht nur die technische Projektleitung, sondern auch die Koordination der Themen, die zur erfolgreichen Umsetzung der FLC-Technologie erforderlich sind, wie beispielsweise Marketing, Standardisierung und Zertifizierung. Aktueller Schwerpunkt ist die Feinabstimmung zwischen den Arbeitsgruppen der FLC-Initiative und der Abgleich mit bestehenden Arbeitsgruppen der OPC Foundation, welche an FLC-relevanten Basistechnologien, wie OPC UA Pub/Sub oder Security, arbeiten. Eine sehr wichtige Rolle spielt auch der Austausch mit externen Standardisierungsorganisationen, allen voran die IEC und IEEE, die derzeit an einem TSN-Profil für die Industrielle Automatisierung – IEC/IEEE 60802 – arbeiten, welches bei FLC zum Einsatz kommen soll.

Warum braucht es hierfür einen eigenen Direktor und wie unterscheidet er sich vom dem Board of Directors der OPC Foundation? Und wie passt er insgesamt in die Führungsstruktur der OPC Foundation?

Peter Lutz: Im Unterschied zum Board of Directors, das übergreifend für alle Aktivitäten der OPC Foundation verantwortlich zeichnet, fokussiere ich mich als FLC-Direktor darauf, mit allen involvierten Akteuren OPC UA in die Feldebene zu bringen und es dort erfolgreich zu etablieren. Der OPC Foundation und auch den Firmen, die sich in der FLC-Initiative engagieren, war es wichtig, einen hauptamtlichen und unabhängigen Projektkoordinator zu installieren, der sich um alle FLC-relevanten Belange kümmert. Da die FLC-Initiative in die OPC Foundation integriert ist, besteht selbstverständlich eine enge Abstimmung mit den anderen Gremien innerhalb der OPC Foundation, wie beispielsweise dem Board of Director, dem Technical Control Board – kurz TCB – und dem Marketing Control Board – kurz MCB. 

Wer übernimmt die Kosten für diese neue Aufgabe? Liegen diese bei der OPC Foundation oder bei anderen Geldgebern?

Peter Lutz: Die Stelle des FLC-Direktors wird von den aktuell 23 Firmen gemeinschaftlich finanziert, die sich in der FLC-Initiative unter dem Dach der OPC Foundation finanziell und personell engagieren. Aus dem Budget der Initiative werden darüber hinaus Marketing-Aktivitäten und beispielsweise die Entwicklung von Konformitätstests finanziert. Die FLC-Initiative ist jedoch kein geschlossenes Konsortium, sondern steht weiteren Firmen, die sich engagieren wollen, jederzeit offen.

Vor Ihrer jetzigen Tätigkeit waren Sie 18 Jahre lang Geschäftsführer von Sercos International. Bedeutet ihr Wechsel, dass im Zuge der ­Etablierung von TSN die Ethernet-Variante Sercos ausläuft?

Peter Lutz: Es wäre ganz sicher falsch, aus meiner beruflichen Veränderung auf eine sich reduzierende Bedeutung von Sercos zu schließen. Für mich persönlich war nach 18 Jahren nun einfach die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Es ist es eine spannende Aufgabe, aber auch gleichzeitig eine große Ehre, meine Erfahrungen und mein Know-how in dieses neue und zukunftsweisende Projekt bei der OPC Foundation einzubringen.

Sercos ist fest im Markt etabliert und wird noch lange Zeit in ­Produkten und Lösungen, insbesondere in anspruchsvollen Auto­matisierungsanwendungen, zum Einsatz kommen. Zumal sich die Technologie auch problemlos in TSN-Netze integrieren lässt und damit zukunftssicher aufgestellt ist. Mit Klaus Weyer, dem neuen Geschäftsführer bei Sercos International, ist auch ein sehr guter Nachfolger gefunden worden, der die Kontinuität bei Sercos auch organisatorisch sicherstellt.

Welches sind die Ziele, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Peter Lutz: Es ist mir wichtig, dass ich als neutraler und unabhängiger Kopf der FLC-Initiative wahrgenommen und in dieser Rolle auch als ­Vermittler zwischen möglicherweise divergierenden Interessen der Industrievertreter akzeptiert werde. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass OPC UA mit TSN die Anforderungen der Fabrik- und Prozessautomatisierung bestmöglich abdeckt, sodass die ­Erwartungen hinsichtlich einer Vereinheitlichung und Konvergenz der industriellen Kommunikation umfassend erfüllt werden.

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