ZVEI-Fachverband Automation

»Das Fundament der industriellen Fertigung«

8. November 2022, 9:17 Uhr | Andrea Gillhuber
Rainer Brehm, ZVEI-Fachverband  Automation
© Uwe Niklas/WFM

Die Automatisierungstechnik ist entscheidend für die Gestaltung des industriellen Wandels, so der ZVEI-Fachverband Automation. Wie sich die Herausforderungen der Industrie verändern und welche Rolle dabei die Automatisierungstechnik spielt, war Thema der Pressekonferenz zur SPS.

»Automation ist das Fundament der industriellen Fertigung«, so Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation und CEO Factory Automation bei Siemens, anlässlich der Pressekonferenz des ZVEI-Fachverbands Automation zur SPS. Denn die Industrie verändert sich: neben Kostendruck, schnelleren Innovationszyklen, steigenden Ansprüchen an Qualität und Flexibilität einer Produktion kommen noch gesellschaftliche Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Resilienz und Fachkräftemangel hinzu. Weltweit entfallen 37 Prozent des weltweiten Energiebedarfs auf die verarbeitende Industrie, ebenso 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Bisher wird laut Accenture nur 13 Prozent des Abfalls in der verarbeitenden Industrie weltweit recycelt. Laut Brehm stellen die Automatisierungstechnologien »einen wesentlichen Schlüssel für die Transformation in eine klimaneutrale und nachhaltigere Gesellschaft«.

Der Fachverband sieht daher drei wichtige Handlungsfelder für die Automation: Energie- und Ressourceneffizienz, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit sowie Human Centric Automation.

Die drei Handlungsfelder

Im Bereich ‚Energie- und Ressourceneffizienz‘ geht es unter anderem um den Einsatz hocheffizienter Produkte, der intelligenten Nutzung von Produktionsdaten, smarte und vernetzte Energie sowie die Verwaltungsschale und der Weg hin zur Kreislaufwirtschaft.

Unter dem Handlungsfeld ‚Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit‘ geht es um die vollständige Integration und Digitalisierung der Wertschöpfungskette sowie einer intelligenten Vernetzung von Maschinen und Abläufen. Damit einher gehen neue und innovative Geschäftsmodelle.

‚Human Centric Automation‘ stellt den Menschen in den Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz wird Menschen beim Bedienen von Anlagen und Maschinen unterstützen, komplexe Technologien durch Automatisierung für den Anwender handhabbar.

Wachstumsmarkt Automation

Von Januar bis September 2022 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automation 42,6 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich hierzu ist die reale Produktion im selben Zeitraum um 3,1 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr 2022 wird ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Die Auftragseingänge stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 13,5 Prozent. „Wir sehen seit Anfang 2021 ein Auseinanderklaffen von Auftragseingang und Umsatz, das zu hohen Auftragsbeständen geführt hat. Dies ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass Materialknappheiten und Lieferengpässe die Produktionstätigkeit behindert haben“, so Brehm. Vor allem bei Halbleiterbauteilen, Kunststoffen und Metallen kommt es zur Verknappung.

Der weltweite Wachstumstrend ist ungebrochen. Seit 2010 ist der Markt um durchschnittlich 5 Prozent gewachsen. „Auch 2022 bleibt die Europäische Union mit einem Exportanteil von 54 Prozent für die Unternehmen der deutschen Automationsbranche von sehr hoher Bedeutung. Zugleich stiegen die Exporte in die USA mit plus 20,7 Prozent und nach Asien ohne China mit plus 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich stark.“ Die Exporte nach China fielen mit einem Plus von 1,6 Prozent schwach aus.


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