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Zulassung für Bosch und Daimler: Fahrerloses Parken ohne menschliche Überwachung

Für das automatisierte Parksystem im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart erhalten Bosch und Daimler die Freigabe der Behörden in Baden-Württemberg. Der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice funktioniert via Smartphone-App und ohne Sicherheitsfahrer.

Daimler und Bosch haben den Alltagseinsatz von Automated Valet Parking im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums bewiesen. Das System hat nun die Zulassung erhalten. Bildquelle: © Robert Bosch

Daimler und Bosch haben den Alltagseinsatz von 'Automated Valet Parking' im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums bewiesen. Das System hat nun die Zulassung erhalten.

Bosch und Daimler haben die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Parkens 2015 auf den Weg gebracht und stellten die Pilotlösung im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart 2017 der Öffentlichkeit im realen Verkehr vor. Auf die Premiere folgte eine Test- und Inbetriebnahmephase. Seit 2018 konnten die Besucher des Museums den Parkservice im Beisein von geschultem Sicherheitspersonal live erleben und ihre Erfahrungen teilen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden am Fahrzeug auch Lichtkonzepte erprobt. Dabei markieren türkisfarbene Lichtsignale den automatisierten Fahrmodus und informieren so Passanten und andere Verkehrsteilnehmer, dass das Fahrzeug eigenständig unterwegs ist. Die Erkenntnisse daraus wurden auch in dem kürzlich verabschiedeten Standard ‘SAE 3134’ berücksichtigt. Nun hat das ‘Automated Valet Parking’ als vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion nach ‘SAE Level 4’ die Freigabe der Behörden erhalten.

“Die Entscheidung der Behörden zeigt, dass Innovationen wie das automatisierte Valet Parken zuerst in Deutschland möglich sind”, unterstreicht Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer Robert Bosch. “Fahrerloses Fahren und Parken sind wichtige Bausteine künftiger Mobilität. Mit dem automatisierten Parksystem wird deutlich, wie weit wir auf diesem Entwicklungspfad bereits gekommen sind.”

Wichtig für beide Partner war das Thema Sicherheit.Weil für automatisierte Fahrfunktionen, die komplett ohne Fahrer auskommen, noch keine Zulassungsverfahren etabliert sind, begleiteten die lokalen Behörden – Regierungspräsidium Stuttgart und Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg – sowie Gutachter des TÜV Rheinlands von Beginn an das Projekt. Ziel war es, den sicheren Betrieb der Fahrzeug- sowie der Parkhaustechnik zu bewerten.

Das Ergebnis ist ein umfangreiches Sicherheitskonzept mit entsprechenden Test- und Freigabekriterien, die auch über das Pilotprojekt hinaus Anwendung finden können. Darin haben die Entwickler einerseits definiert, wie das fahrerlose Fahrzeug Fußgänger und andere Autos im Fahrweg erkennt und bei einem Hindernis zuverlässig stoppt. Darüber hinaus wurde eine abgesicherte Kommunikation aller Systemkomponenten untereinander und die zuverlässige Aktivierung des Parkvorgangs umgesetzt.

https://www.elektroniknet.de/elektronik-automotive/assistenzsysteme/fahrerloses-parken-ohne-menschliche-ueberwachung-freigegeben-167620.html