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Ericsson / Vodafone / SEW-Eurodrive: 5G-Technologien funken im Werk von e.GO

Im Aachener Werk von e.GO Mobile, Hersteller von Elektrofahrzeugen, realisieren Ericsson, Vodafone und SEW-Eurodrive den Einsatz von 5G-Technologien über ein autarkes Mobilfunknetz. SEW in diesem Zuge ein erstes mobiles Assistenzsystem für die Fertigung auf 5G um.

Vodafone 5G in der e.Go Bildquelle: © Vodafone

Insgesamt 36 Mobilfunk-Antennen sollen garantieren in der 8.500 Quadratmeter großen Produktionshalle künftig Bandbreiten im Gigabit-Bereich und niedrige Latenzzeiten von wenigen Millisekunden garantieren.

Der Hersteller von Elektrofahrzeugen e.GO Mobile geht in vielen Dingen neue Wege. So setzt er in seiner modernen Fertigung und Montage im Werk 1 voll auf die Konzepte von Industrie 4.0, beispielsweise unter Einsatz  mobiler Assistenzsysteme. Was die Vernetzung dieser Systeme betrifft, startet das Unternehmen jetzt gemeinsam mit Vodafone, Ericsson und SEW-Eurodrive die Datenkommunikation über ein Mobilfunknetz, welches vollständig vom öffentlichen Mobilfunknetz isoliert ist. Dazu nutzen die Unternehmen die schon jetzt verfügbaren Standards und Protokolle der kommenden 5G-Technologie.

Network Slicing etwa schafft für e.GO ein autarkes Netz nach Maß – exakt optimiert für die Anforderungen, die die Serienproduktion des kleinen Elektroautos stellt. 36 Mobilfunkantennen garantieren in der 8.500 Quadratmeter großen Produktionshalle künftig Bandbreiten im Gigabit-Bereich und niedrige Latenzzeiten von wenigen Millisekunden. Damit lösen die beteiligten Unternehmen die WLAN-Kommunikation ab und bauen schon jetzt einen wertvollen Erfahrungsschatz in der Nutzung zellfunkbasierter Kommunikation auf.

In der mobil vernetzten Produktion werden sämtliche Produktionsstoffe und Materialien direkt nach der Anlieferung über eine spezielle RFID-Schnittstelle automatisch und berührungslos identifiziert und per Mobilfunk in Echtzeit im Online-System verbucht. Mit der gleichen RFID-Technologie werden Fahrzeuge beim Produktionsstart erkannt. Entsprechend der Kundenwünsche beginnt nach der Identifizierung des Fahrzeugs der Montageprozess der erforderlichen Materialien und Software. Weil mit der Serienproduktion des e.GO Life auch die Zahl von Montage-Vorgängen und der Bedarf an Produktionsmaterialien zunimmt, müssen die Systeme zeitgleich immer mehr Daten verarbeiten. Um diese Datenmassen auch zukünftig sicher, zuverlässig und schnell zu bewältigen, benötigt es 5G-Technologien.

Die von SEW im Produktionswerk installierten, mobilen Assistenzsysteme sind mit Sensoren ausgestattet und erfassen eigenständig sämtliche Umgebungsinformationen. Weil die erfassten Daten direkt in der Produktionshalle in kleinen Echtzeit-Rechenzentren (Mobile Edge Computing) ausgewertet werden, gelangen sie per Mobilfunk in Echtzeit zurück zum Fahrzeug. Dieses passt, basierend auf den analysierten Daten, die Fahrtrichtung an, lenkt, bremst und beschleunigt selbstständig. Im Nahfeld kann ein mobiles Assistenzsystem natürlich mit der eingebauten, referenzlosen Navigation oder einem anderen Ortungsverfahren autonom navigieren.

Zukünftig soll mit autonomen Gabelstaplern und Kleinzügen auch der Materialtransport zwischen Lagern und Produktionshallen automatisiert werden. Zudem werden unter anderem Drehmoment-Werkzeuge und Roboter per Mobilfunk ständig mit dem zentralen Leitsystem kommunizieren.