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International Data Spaces: Der kommerzielle Start

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Gute Nachverfolgbarkeit der Daten

Ein mögliches Anwendungsfeld sehen die IDSA-Verantwortlichen etwa im Bereich Machine Learning. Es ist denkbar, dass im IDS ein Marktplatz entsteht, um Maschinendaten neutralisiert zu erwerben und damit plattformunabhängige Microservices wiederum anzubieten. Und der Maschinenbauer muss nicht selber seine Daten preisgeben, wenn er nicht will. Er kann sich auch nur bei anderen Unternehmen bedienen, wenn er die Policies einhält. 

Ein sicherer Datenmarktplatz ohne aufwendige Verträge schwebt den Entwicklern vor. Das interessiert auch Maschinenbauer und 3D-Druckanbieter. Thyssenkrupp und IBM entwickeln derzeit schon eine Plattform basierend auf IDS und IBM-Blockchain-Technologie. Dank des kombinierten Einsatzes soll neben der Datensicherheit und -souveränität ein höherer Grad der Auto­matisierung von Auftragsabwicklungsprozessen in der additiven Fertigungstechnik erreicht werden. Einerseits wird so auch kleineren Kunden ohne bisheriges Know-how ein schneller und ­einfacher Zugang zur additiven Fertigung ermöglicht, andererseits erlaubt die Plattform eine bessere Planung sowie einen nachweisbaren Qualitätsstandard über die gesamte Prozesskette. Zu Beginn des Prozesses stellen Kunden Thyssenkrupp Pläne für ihre Bauteile in Form von CAD-Dateien zur Verfügung. Diese Daten sind wertvolles geistiges Eigentum der Unternehmen, da sie die Basis zur Fertigung der speziellen Bauteile sind – die Datensicherheit und -souveränität bleibt dank IDS und IBM-Blockchain gewahrt. So wird der Plattform-Gedanke durch signifikant erhöhte Effizienz, Sicherheit und die eingebrachte Expertise auf ein neues Level gehoben.  

Die Basis: ISO 27001

Software-basierter IDS Connector vernetzt industrielle Datenwolken Bildquelle: © iDSA

Durch die Verwendung des software-basierten IDS Connector können industrielle Datenwolken miteinander vernetzt, aber auch einzelne Unternehmenswolken, lokale Anwendungen und ebenso einzelne Geräte an den Data Space angeschlossen werden.

Viele Unternehmen scheuen den Datenaustausch noch. „Teilnehmer an den IDS können selber entscheiden, wer die Daten sieht, wer sie nutzen darf, wie sie genutzt werden oder was sie kosten“, fasst Gerd Brost vom Fraunhofer AISEC das Konzept zusammen. Eine Zertifi­zierung für Unternehmen und Komponenten, etwa den so genannten IDS ­Connectors, gibt den Teilnehmern am IDS-Ökosystem Sicherheit. „Wir stehen am Vorabend der breiten Ausrollung der Zertifizierungen. Das Label IDS_ready lädt die Unternehmen ein, erste Erfahrungen mit den IDS zu sammeln, und bereitet auf die eigentliche Zertifizierung vor. In der Industrie herrscht eine latente Unsicherheit beim Thema Daten und Datensouveränität, und diesen beiden Ängsten begegnen wir mit den IDS“, ergänzt Brost. Der TÜV Süd oder PricewaterhouseCoopers vergeben die Zertifizierungen für ein Jahr, die auf einer IDS-Referenzarchitektur fußen. Sie prüfen die Organisationen, die Technik checken Fraunhofer-Experten. Unternehmen, die beispielsweise bereits eine ISO-27001-Zertifizierung haben, können darauf aufbauen. Das beschleunigt den Prozess. Dabei prüfen die Auditoren die Organisation oder die Komponenten eines Unternehmens. „Bei der Organi­sation schauen wir uns die Dokumentation und die Prozesse rund um die Informationssicherheit an. Bei den Komponenten existieren drei Sicherheitslevels: Basis mit Standard-Internetsicherheit, Trust mit unklonbaren Identitäten und Remote-Attestation sowie Trust+ für Konnektoren, die sogar vor Manipulation durch bösartige Admins geschützt sind“, erklärt Brost.