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TSN und OPC UA: Die neuen Aufgaben der OPC Foundation

Es war die Neuigkeit auf der SPS IPC Drives 2018: Unter dem Dach der OPC Foundation entsteht die Initiative 'Field Level Communication'. Das 'Who is who' der Automation bringt sich ein, um einen neuen Standard für die Kommunikation auf Feldebene zu definieren.

Die UNO der Automation, OPC Foundation Bildquelle: © OPC Foundation

Ein historischer Moment auf der SPS IPC Drives 2018: Takayuki Tsuzuki (Mitsubishi Electric), Rainer Brehm (Siemens), Paul Brooks (Rockwell Automation) und Stefan Hoppe (OPC Foundation) besiegeln ihre Absicht, OPC UA und auch TSN bis in die Feldebene herunter zu etablieren.

Die Freigabe der ersten OPC-UA-Spezifikationen mit der Kernfunktionalität erfolgte im Jahre 2008. Sie sind somit seit mehr als einer Dekade verfügbar. Die Nachhaltigkeit der Architektur zeigt sich dadurch, dass bisher keine inkompatiblen Änderungen oder gar eine ‚Version 2‘ notwendig sind, um neue Anforderungen abzudecken. Bis zur Version 1.03 aus dem Jahr 2015 wurden kleinere Features ergänzt oder komplettiert und darüber hinaus vor allem die Qualität der Spezifikation und der darauf aufbauenden Zertifizierungstests verbessert. Die erste große Erweiterung erfolgte durch die Ergänzung des Client/Server-Kommunikationsmodells mit einem Publish/Subscribe-Kommunikationsmodell (PubSub) und den zugehörigen Protokollen in der Version 1.04, die im Jahr 2018 ihren Freigabestatus erreichte.

Die großen Freigabe-Zyklen der OPC-UA-Spezifikationen betragen typischerweise drei Jahre. Durch die große Anzahl von auf OPC UA aufbauenden Companion-Spezifikationen werden aber immer mehr Features identifiziert, die allgemeingültig sind und somit in die OPC-UA-Spezifikation aufgenommen werden sollen. Um hier eine schnellere Verfügbarkeit sicherzustellen, ist die OPC-UA-Arbeitsgruppe dazu übergegangen, kleinere beziehungsweise abgeschlossene Features als Amendement zur freigegebenen Spezifikation zu veröffentlichen. 

OPC UA ist im Kern stabil, erlangt aber vermutlich nie den Status ‚fertig spezifiziert‘, da der Baukasten für industrielle Interoperabilität immer mit weiteren Lösungsbausteinen basierend auf realen Anforderungen eine Erweiterung erfährt.