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OPC Foundation: Die UNO der Automation

Welche Rolle wird der Ethernet-Standard TSN bei den Aktivitäten der OPC Foundation zukünftig spielen. Die OPC Foundation gab auf einer Pressekonferenz anlässlich der SPS IPC Drives Antworten auf diese Frage.

Die Uno der Autromation Bildquelle: © OPC Foundation

Tatsächlich historisch (v.l.): Takayuki Tsuzuki (Mitsubishi), Rainer Brehm (Siemens), Paul Brooks (Rockwell) und Stefan Hoppe (OPC Foundation) besiegeln die Zusammenarbeit in Richtung Kommunikationsstandard.

Historisch wird es tatsächlich, als OPC-Board-Mitglied Matthias Damm, Ascolab, während der Pressekonferenz das Thema „OPC UA bis in die Feldebene“ vorträgt. Er listet 21 namhaften Automatisierer auf – darunter Rockwell, Siemens und Mitsubishi –, die nun ein gemeinsame Ziel verfolgen: Unter dem Dach der OPC Foundation wollen sie die Technologie OPC UA bis in die Feldgeräte-Ebene vorantreiben. Dabei sollen die Vorteile der OPC-UA-Technik mit ihren Informationsmodellen, ihrer Semantik und integrierten Security gepaart werden mit dem Kommunikations-Know-how der Hersteller in der Feldebene. Geeinigt haben sich alle Beteiligten, so Damm, die TSN-Definition wie auch die Definition der TSN-Profile für die Industrie-Automation (TSN-IA) bei IEC und IEEE zu belassen, um Doppelstandardisierungen zu unterlassen und somit in Zukunft über eine einzige TSN-Netzwerk-Technologie verschiedene Protokolle fahren zu können. „Die neue Initiative ist ein wichtiger Schritt für die Integration von OPC UA in Feldgeräte. Das komplettiert die Vision der OPC Foundation, einen durchgängigen Standard anzubieten, der vom Sensor bis zur Cloud genutzt wird“ so Damm. „Wenn dabei die Übertragung mit deterministischer Echtzeit erfolgen soll, wird in Zukunft optional TSN eingeschaltet und somit OPC UA over TSN transportiert.“ Die Entscheidung, OPC UA bis in die Feldgeräte-Ebene voranzutreiben und dabei auch TSN zu berücksichtigen, hat eine enorme Welle an Zustimmung ausgelöst: „In nur drei Wochen haben sich 21 Who-is-Who-Firmen dem Aufruf der Foundation zur Mitarbeit angeschlossen, um im Leitungsgremium die Aktivitäten zu koordinieren“, freut sich Damm. Bereits im Dezember soll ein Treffen den Start der eigentlichen Arbeitsgruppen für die Themen IO, Motion, Safety und System Redundanz vorbereiten – die technischen Gruppen sind für alle OPC-Mitglieder kostenlos zugänglich und sollen im Januar starten.

„OPC UA ist heute das Gravitationszentrum, wenn es um den sicheren, standardisierten Informationsaustausch vom Sensor bis in die Cloud geht“ unterstreicht Stefan Hoppe in seiner neuen Rolle als Präsident der OPC Foundation. „Das Anziehungspotenzial von OPC UA ist gewaltig und wir erleben Zuspruch in allen Bereichen“ freut sich der Präsident über neue Mitglieder wie die Chiphersteller Intel, NXP aber auch Danfoss, Balluff, Atlas Copco Airpower und Entrust Datacard. Was nun gerade die jüngste Entscheidung betrifft, OPC UA bis in die Feldebene voranzutreiben und dabei lediglich eine TSN-Variante – TSN-IA – zu unterstützen, streicht Hoppe die Bedeutung der OPC Foundation heraus: „Die OPC Foundation ist die UNO der Automatisierung – hier treffen sich alle Automatisierungshersteller auf neutralem Boden, um gemeinsame Standardisierungen zu betreiben“. In diesem Zusammenhang stellt er drei neue Board Mitglieder vor: Dr. Bernhard Eschermann (ABB), Mr. Fabrice Jadot (Schneider) und Dr. Jürgen Weinhofer (Rockwell).