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IoT Hotspot: Mit zwölf Byte ins IoT

Das Sigfox-Netz erlaubt mit seinen kleinen Datenpaketen selbst einfachste Dinge an das Internet anzubinden. Schon allein zwölf Byte ermöglichen dem Maschinen- und Anlagenbau komplett neue Geschäftsmodelle.

1_IoT-Pyramide Bildquelle: © Sigfox

Das Sigfox-Netz deckt die unteren beiden Ebenen der IoT-Pyramide ab. Ein Modul kosten heute rund zwei Euro. Bald soll auch Sigfox-Logik für Einweg-Devices verfügbar sein. Deren Logik wird ohne Batterie nur rund 20 Cent kosten.

Das Low-Power-Wide-Area-Netz Sigfox weist in Deutschland bereits eine Netzabdeckung von rund 72 % auf. Ziel des Netzes: Die Bereitstellung einer besonders energiesparenden und kostengünstigen Netzanbindung, die global roaminggebührenfrei ist und mit der sich smarte Sensoren über Jahre und Jahrzehnte hinweg ohne Batteriewechsel betreiben lassen. Eine Lösung, die für den global exportierenden deutschen Maschinen- und Anlagenbau interessant sein kann, da Sigfox bereits auf allen fünf Kontinenten und in 45 Ländern präsent ist. Bis Ende 2018 soll das Netz auf 60 Länder ausgeweitet werden.

Standortverfolgung zu Land, Wasser und Luft

Multisensor Sens'it Discover Bildquelle: © Sigfox

Der Multisensor Sens’it Discover: Er soll Entscheider zu einem Sigfox-Einsatz inspirieren. Sigfox stellt für den Sensor die gesamte IP sowie auch Schaltpläne als Open Source bereit, sodass OEM diese IP schnell in eigene Systeme intergieren können. Alternativ dazu gibt es eine Vielzahl von fertigen Sigfox-Komponenten wie USB-Sticks, mPCE-Karten, Arduino und Raspberry Pi.

Manche Unternehmen installieren bereits Lokalisierungstracker in ihre Produkte. Louis Vuitton beispielsweise stellte schon Kofferserien vor, mit denen Passagiere ihr aufgegebenes Gepäck auf großen Flughäfen tracken können. Michelin nutzt das Sigfox-Netz zur Ortung seiner Hochsee-Container. Piloterfahrungen sowie ergänzende Untersuchungen haben Michelin davon überzeugt, dass sich durch das Echtzeit-Tracking bis zu 10 % der auf dem Seeweg befindlichen Warenbestände einsparen, die Genauigkeit der voraussichtlichen Ankunftszeit um bis 40 % steigern und Warenflussabbrüche durch außergewöhnliche Ereignisse wie Unwetter um bis zu 75 % reduzieren lassen. 

Predictive Maintenance

Lässt sich Sigfox aber auch für Predictive Maintenance im Maschinen- und Anlagenbau einsetzen? Durchaus, allerdings mit einem Wertmutstropfen: Die Daten-Begrenzung auf zwölf Byte und 140 Nachrichten pro Tag und Device. Sie ist der Preis dafür, dass das Sigfox-Netz in Bereichen des Sub-GHz-Bands funkt, die weltweit lizenzfrei nutzbar sind und damit den Service auch von Anfang an günstig machen, die erlaubte Bandbreite aber beschränken. Doch zwölf Byte sind für die meisten Zustands- und Alarmmeldungen absolut hinreichend, und rund alle zehn Minuten eine Nachricht empfangen zu können, sollte allemal ausreichen, wichtige Maschinendaten für Predictive Maintenance zu erhalten. Zudem sind die Vorteile gegenüber konventionellen Funknetzen sowie auch gegenüber LPWANs, die im lizenzierten Funknetz der Mobilfunkbetreiber angeboten werden, enorm. 

Dies betrifft einmal die Kosten: Während vergleichbare Module alternativer Funkverbindungen erst ab rund fünf Euro verfügbar sind, sind Sigfox-Module bereits ab zwei Euro zu haben. Zudem liegen die Verbindungsentgelte, die der Anwender noch nicht mal managen muss, weil der Device-Hersteller die Lizenzgebühren mit Sigfox abrechnet, zumeist nur zwischen ein Euro und acht Euro pro Jahr.  Es gibt auch schon SIM-Karten für LTE/GSM mit Sigfox-Kanal. So lässt sich Sigfox als Standard nutzen, um die wichtigen Daten zyklisch zu übermitteln. Sollte es dann mal wichtig sein, hohe Bandbreiten freizuschalten, lässt sich die LTE/GSM-Verbindung aufbauen.