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Datenschutz und DSGVO: Muss WhatsApp jetzt runter vom Diensthandy?

Continental verbietet Social-Media-Apps auf 36.000 Diensthandys – wegen der DSGVO. Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Thomas Faas erklärt die Haftungsrisiken für Nutzer und Unternehmen, die mit WhatsApp & Outlook einhergehen.

"WhatsApp" auf Android. Bildquelle: © WhatsApp
faas Bildquelle: © BVAU e.V.

Thomas Faas, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Partner bei Küttner Rechtsanwälte in Köln.

Worum es geht: Die gleichzeitige Nutzung von WhatsApp und Outlook auf einem beruflichen Smartphone ist heutzutage weit verbreitet. Häufig werden allerdings die damit verbundenen erheblichen Haftungsrisiken übersehen oder ausgeblendet. Wer keine technischen Vorkehrungen zur Unterbindung des automatisierten Adressbuch-Zugriffs durch WhatsApp treffen kann oder will, sollte für sich selbst bzw. als Unternehmen für seine Mitarbeiter insgesamt auf WhatsApp verzichten und ggf. auf andere Messenger-Dienste umsteigen. Dies gilt insbesondere für Rechtsanwälte und Syndikusanwälte.

Die Ausgangslage

Internetbasierte Instant-Messenger-Dienste wie WhatsApp haben klassische mobile Kommunikationsformen wie SMS mittlerweile abgelöst. Im Januar 2018 nutzten weltweit rund 1,5 Milliarden Personen WhatsApp zum Versenden und Empfangen von Kurznachrichten.  Zunehmend populär sind auch der Versand von Bild- und Videodateien oder die Sprachtelefonie (Voice over IP) mittels WhatsApp. Aufgrund der weiten Verbreitung und der bequemen Nutzung ist WhatsApp auf vielen Smartphones installiert, die nicht nur zu privaten Zwecken, sondern zumindest auch beruflich genutzt werden. Bei beruflicher Nutzung ist meist auch MS-Outlook oder ein anderer E-Mail-Client installiert, über den standardmäßig die Daten der Kontakte zwischen dem beruflichen Mail-Server und dem Smartphone-Adressbuch austauscht werden.

Funktionsweise von WhatsApp

Die einschlägigen aktuellen Nutzungsbedingungen von WhatsApp  (Stand: 24. April 2018) sehen vor, dass die Nutzer dem Betreiber des Dienstes ‘im Einklang mit geltenden Gesetzen’ regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und anderen Kontakten in ihrem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung stellen, darunter sowohl die Nummern von Nutzern von WhatsApp als auch die von sonstigen Kontakten des Smartphone-Inhabers. Empfänger der so aus dem digitalen Adressbuch bzw. Kontaktverzeichnis des Smartphones übertragenen Daten ist bei WhatsApp-Nutzern aus der Europäischen Union seit der im April 2018 erfolgten Änderung der Nutzungsbedingungen die im irischen Dublin ansässige WhatsApp Ireland Limited. Eine nicht-private Nutzung von WhatsApp ist vorbehaltlich einer Genehmigung durch WhatsApp ausgeschlossen.

In technischer Hinsicht liest WhatsApp unmittelbar nach Aktivierung und Erst-Installation auf dem Smartphone automatisch das vollständige Adressbuch des Nutzers aus und überträgt jedenfalls die Telefonnummern und Namen in Klardatenform via Internetverbindung an einen WhatsApp-Server. Dieser Vorgang wiederholt sich während der weiteren Nutzung von WhatsApp in nicht näher beschriebenen periodischen Abständen. Da dies für alle WhatsApp-Nutzer gleichermaßen gilt, führt dies letztlich zu einer Zwangsvernetzung sämtlicher Nutzer von WhatsApp.