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Ernst & Young / Industrie 4.0: Mangel an Fachkräften bremst Digitalisierung aus

An digitaler Technik kommt kaum ein Unternehmen vorbei. Vor allem Mittelständler können die Digitalisierung ihres Geschäfts nicht so gut vorantreiben. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Ernst & Young unter 2000 Firmen. Eines der Gründe: der Fachkräftemangel.

Automatisierung Digitalisierung Bildquelle: © fotolia / Herrndorrf

Jede fünfte Firma findet laut der Studie des Beratungshauses Ernst & Young nicht genug Personal und investiert deshalb nicht oder zu wenig in die Digitalisierung ihres Geschäfts. Der Mangel an Fachrkäften ist der am häufigsten genannte Grund vor fehlendem eigenen Know-how und fehlenden finanziellen Mitteln. Michael Marbler von Ernst & Young spricht in diesem Zusammenhang von einem “Alarmsignal”. Er sieht insbesondere kleinere Firmen in der Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu geraten: Ihnen fehle oft das Geld, um Produktion oder Vertrieb zu digitalisieren, und zudem hätten sie es noch schwerer, auf einem leer gefegten Arbeitsmarkt die dafür benötigten Fachleute zu finden. “Wenn ihnen das Geld und das Personal fehlen, müssen sie kreativer werden, um trotzdem mit der Entwicklung Schritt zu halten”, betont Marbler und verweist auf Kooperationen mit anderen Firmen oder Forschungseinrichtungen.

Etwa drei Viertel aller Befragten sehen die Digitalisierung grundsätzlich als Chance für sich. Je stärker die Unternehmen aber auf Wachstum ausgerichtet seien, desto größer sei die Rolle, die die digitale Technik bei ihnen spiele, heißt es in den Ergebnissen. Außerdem sei Digitalisierung in großen Firmen ein wichtigeres Thema als in kleinen.

Unterschiede lassen sich der Umfrage zufolge aber auch zwischen den Branchen und den einzelnen Regionen in Deutschland ausmachen. Eine große Rolle spielt digitale Technik etwa in der Energie- und Wasserversorgung, in Transport und Verkehr sowie im Handel. Die Bau- sowie die Chemie- und Pharmabranche sind dagegen noch nicht so sehr digital aufgestellt. Im Bundesländervergleich liegt Berlin mit deutlichem Abstand an der Spitze: Für 43 %der befragten Firmen spielt Digitalisierung dort eine sehr große Rolle. Beim Schlusslicht Thüringen sind es nur 8 %.

Datenbasis

Ernst & Young hat für die Studie bundesweit 2.000 Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 30 und 2000 sowie einem Umsatz zwischen 20 Mio. und 1. Mrd. Euro durch das Marktforschungsinstitut Valid Research befragen lassen. Befragungszeitraum war November und Dezember 2017.