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Kontron: Die TSN-Marschroute

Kontron stellt auf der embedded world 2018 ein Starterkit für Time Sensitive Networking (TSN) vor. Norbert Hauser,Vice President Marketing, bezieht Stellung zur Praxistauglichkeit des Kits und den TSN-Plänen von Kontron.

Norbert Hauser von Kontron Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Norbert Hauser zur Kontron-Marschroute: "TSN und OPC UA sind wichtige Bausteine für unsere zukünftige Fog-Architektur als Bestandteil unseres Embedded-Cloud-Konzeptes!"

Herr Hauser, was lässt sich mit dem TSN-Starterkit tatsächlich schon realisieren?
Hauser:
Das Starterkit dient zunächst dazu, auf einem vorkonfigurierten Realtime-Linux-System mittels einer Beispiel-Applikation TSN Traffic zu generieren und entsprechende Performance-Parameter im Zusammenspiel mit anderen Applikationen zu evaluieren. Das System dient darüber hinaus als Entwicklungsplattform für eigene Applikationen im Bereich TSN. 

Wie praxisnah kann ein solches Starterkit heute schon sein, wenn wichtige Bausteine – etwa die Konfigurationswerkzeuge solcher TSN-Netzwerke – noch fehlen?
Hauser:
Die Arbeiten für derartige Werkzeuge laufen auf Hochtouren: Finale Definitionen hierzu werden zum Beispiel im IEEE-802.1Qcc-Standard derzeit festgelegt. Kontron wird hierbei das im industriellen Umfeld favorisierte ‚zentralisierte Network Management Modell‘ unterstützen. Das Modell beinhaltet das Management der TSN-Netzwerk-Elemente über NETCONF und die Verbindung zum zentralen Netzwerk-Manager über OPC-UA. Für das Starterkit werden wir entsprechende Updates verfügbar machen. Stand heute ist: Es stehen Tools zur statischen Konfiguration des Starterkits zur 
Verfügung. 

Was braucht es Ihrer Meinung nach noch, damit sich TSN am Markt etabliert?
Hauser:
Im Zuge der fortschreitenden Virtualisierung von Rechenleistung und der Verteilung von Funktionalitäten über lokale Netzwerke ist Echtzeitfähigkeit in industriellen Anlagen auch oberhalb der traditionellen Feldebene alternativlos! Wir sind der Überzeugung, dass der TSN-Standard alle Anforderungen hierfür erfüllt und somit die bestehenden Feldbusse ergänzen und mittelfristig sogar ersetzen wird. Generell ist es dabei wichtig, dass die Industrie sich mit dem Thema auseinandersetzt und TSN evaluiert. 

Was ist noch zu tun?
Hauser:
Schon heute lassen sich auf Basis der in Hard- und Software verfügbaren Building-Blöcke voll funktionsfähige und sehr performante Systeme aufbauen.

Für die Etablierung eines standardisierten konvergenten Industrial Ethernet braucht es darüber hinaus jetzt allerdings noch die Verfügbarkeit der angesprochenen Mechanismen zur Netzwerk-Konfiguration. Weiter die Verfügbarkeit von einheitlichen Applikationsschnittstellen in den verschiedenen Betriebssystemen. Und drittens eine Verfügbarkeit von kostengünstigen TSN-Silicon-Chips – alles Dinge, an denen in der Community intensiv gearbeitet wird. 

Welche Energie und Überzeugung investiert Kontron selbst in das Thema TSN?
Hauser:
Wir investieren mit einem Team von über zehn Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der Netzwerktechnik in diese Technologie.