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ZVEI will 5G-Standards mitdefinieren: "5G industriefähig gestalten"

Der ZVEI will verstärkt die Bedürfnisse der Industrie in die Standardisierung der fünften Mobilfunkgeneration einbringen. Für das Jahr 2018 erwartet der Verband ein Wachstum des Branchenumsatzes im oberen einstelligen Bereich.

Roland Bent, ZVEI: »Wir müssen die Industrie-Anforderungen jetzt in die 5G-Standardisierung einbringen.« Bildquelle: © WEKA Fachmedien

Roland Bent, ZVEI: "Wir müssen die Industrie-Anforderungen jetzt in die 5G-Standardisierung einbringen."

“Wir müssen die Industrie-Anforderungen jetzt in die 5G-Standardisierung einbringen”, sagte Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation und einer der Geschäftsführer von Phoenix Contact, auf der SPS IPC Drives 2017. Die Technologie sei nicht nur der Standard für die fünfte Mobilfunkgeneration, sondern beschleunige auch die Entwicklung in Richtung Industrie 4.0. “Durch 5G-Technologie wird es möglich, in Fabriken komplett neue Systemansätze und Lösungen einzuführen. Deshalb muss sich die Industrie schon heute intensiv mit dem Thema auseinandersetzen”, so Bent weiter. Im ZVEI wurde dafür Anfang 2017 die ‘Task Force 5G’ gegründet, die aktuell zur ‘5G Alliance for Connected Industries and Automation’ (5G-ACIA) erweitert wird. Mit 5G-ACIA will der Verband die Belange sowohl der Fertigungs- als auch der Prozessindustrie in den Standardisierungsprozess einbringen, um 5G industriefähig zu gestalten.

“Der ZVEI ist auch im Jahr 2017 einer der zentralen Akteure bei Industrie 4.0 in Deutschland”, ergänzte Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation. “Damit Industrie 4.0 funktionieren kann, braucht es eine für industrielle Anwendungen geeignete Infrastruktur.”

In diesem Zusammenhang treibt der ZVEI auch das Verbundforschungsprojekt »DC-Industrie« voran. “Smart Grids brauchen smarte Verbraucher”, sagte Karl-Peter Simon, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Elektrische Antriebe und Geschäftsführer bei Bauer Gear Motor. Dies könne eine Fabrik sein, die sich mittels eines smarten Gleichstromnetzes versorge. “Eine solche Fabrik kennt ihren Energiebedarf in den unterschiedlichsten Situationen. Sie kann entscheiden, welche Verbrauchsspitzen sie über eigene Speicher abfängt und wieviel Energie sie selbst ins Smart Grid einspeist.”

Zur Konjunktur der deutschen Automatisierungsbranche äußerte sich Bent sehr zufrieden: “Die Innovationen rund um Industrie 4.0 befeuern das Wachstum der Branche”, sagte er. “Mit Industrie 4.0 haben wir eine Marke geschaffen, die mittlerweile überall auf der Welt verstanden wird. Jetzt füllen wir die Marke Stück um Stück mit weiteren Leistungen auf.” In den ersten Monaten des laufenden Jahres erzielte die deutsche Automatisierungsbranche einen Umsatz von 39,9 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 7,2 % entspricht. Auch 2018 werde, so Bent, ein gutes Jahr für die Branche, mit Wachstumsraten im oberen einstelligen Bereich.