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Von Sensorik 4.0 bis Big Data Analytics: Der Automation 4.0 Summit 2016

Vier Themen des Industrie-4.0-Umfeldes standen im Zentrum des 'Automation 4.0 Summit' zur SPS IPC. Klaus Koch reflektiert im Interview denThemen-Slot 'Big Data Analytics'; ein Resümee der Slots 'Sensorik 4.0' und 'Safety trifft Security' lesen Sie auf den Seiten 2 und 3.

Logo des Automation 4.0 Summit Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Herr Koch, Sie moderierten schon 2015 den Themen-Slot Big Data Analytics auf dem messebegleitenden Summit.  Wie hat sich das Thema speziell im Bereich der industriellen Anwendungen seither entwickelt?
Koch:
Im Jahr 2015 bot die Veranstaltung primär grundlegende Informationen zum Thema Big Data Analytics. In 2016 wollten die Zuhörer wissen, wie bereits realisierte Projekte ganz konkret umgesetzt wurden. Es wurde also gefragt nach Erfolgsfaktoren, nach konkreten Erfahrungen, der Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg oder mit externen Partnern, nach Analysemethoden, nach zu Grunde liegenden Geschäftsmodellen oder der Rentabilität von Projekten.

Klaus Koch Bildquelle: © Klaus Koch

Klaus Koch, Moderator des Themen-Slot Big Data Analytics

Inwiefern fand diese Entwicklung in den Referenten-Beiträgen des Summit seinen Niederschlag?
Koch:
Neben dem Einführungsvortrag, der auch die erforderlichen Randbedingungen für erfolgreiche ‚Big Data Analytics‘-Realisierungen behandelte,  lieferten vier Vorträge über realisierte Beispiele konkrete Einblicke und Erfahrungen aus verschiedenen industriellen Anwendungsfeldern. Zwei Beiträge dokumentierten die Möglichkeiten von Automatisierungstechnik-Anbietern, die Datenerfassung und -analyse im Kontext von Energiemanagement beziehungsweise vorbeugender Überwachung und Wartung behandelten. Ein Vortrag zeigte auf, wie im Maschinenbau mit ‚Big Data Analytics‘-Methoden der Verschleiß von Stanzwerkzeugen rechtzeitig ermittelt werden kann. Schließlich schilderte der Beitrag eines produzierenden Unternehmens, wie Produktivität und Qualität durch Datenanalyse erhöht werden konnten.   

Welche Punkte bewegten die Summit-Besucher am meisten?
Koch:
Die Teilnehmer signalisierten jedes Mal hohe Zustimmung, wenn das Thema ‚disziplinübergreifende Zusammenarbeit‘ angesprochen wurde: Die fruchtbare und effektive Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Datenanalysten beziehungsweise IT-Fachkräften auf der einen Seite und den Personen, die das Anwendungs- oder Technologiewissen einbringen, auf der anderen Seite, stellt bei Realisierungsprojekten eine große Herausforderung dar. Dieser Aspekt sollte bei jedem Projekt berücksichtigt werden. Weiterhin zeigen erste Erfahrungen, dass Pilotprojekte in der Regel nicht wie zeitlich und finanziell geplant verlaufen. Mit wachsenden Erfahrungen sollte sich dieses Problem aber hoffentlich von alleine lösen.

Ist das Thema Big Data Analytics in der Fabrikautomation tatsächlich angekommen?
Koch:
Um die Frage zu beantworten, lohnt ein Blick auf die Messestände der ausstellenden Firmen: Es war zu erkennen, dass viele Anbieter von Automatisierungstechnik, besonders bei Herstellern von Sensoren, Steuerungen und Bediensoftware, versuchen, Lösungen zur Datenanalyse anzubieten. Je nach Strategie der einzelnen Unternehmen reicht dies von der Bereitstellung von Sensorinformationen über die Bereitstellung von Infrastrukturlösungen – etwa einer Cloud – bis zu vollständigen ‚Big Data Analytics‘-Lösungen für bestimmte Anwendungsfelder.

Im Rahmen von ‚Big Data Analytics‘-Lösungen wird oft auch von disruptiven Geschäftsmodellen gesprochen.
Koch:
Auf diesem Gebiet ist etliches in Bewegung, auch wenn es von einigen vielleicht noch nicht gesehen wird. Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen: Es gibt Automatisierungstechnik-Anbieter, die Anlagenbetreibern vorkonfektionierte Analyselösungen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit und zur vorbeugenden Wartung anbieten. Dies betrifft eigentlich das Servicegeschäft der Maschinenbauer. Die Maschinenbauer, die dieses Feld nicht selbst besetzen, laufen Gefahr, erhebliche Teile ihres Servicegeschäftes zu verlieren.

Ist Big Data Analytics für die kommende SPS IPC Drives als Kongress­thema noch relevant?
Koch:
Auf jeden Fall! Wir haben auch schon drei Themengebiete im Auge, die besonders im Fokus stehen könnten.