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Sercos International: Harte Echtzeit über Sercos III SoftMaster

In Kooperation mit Bosch Rexroth hat Sercos International einem 'Sercos III Soft-Master-Core' entwickelt, der nun als Open Source Software zur Verfügung gestellt wird. Damit seien höchste Geschwindigkeiten und harte Echtzeit mit einem Standard Ethernet Controller realisierbar.

Peter Lutz von Sercos International Bildquelle: © Computer&AUTOMATION / Heiko Stahl

Peter Lutz, Sercos International: "Steuerungssysteme können mittels des SoftMasters künftig einfacher, kompakter und günstiger gestaltet werden."

Durch die Verwendung des Sercos-III-SoftMasters kann auf einen spezifischen Sercos-III-Masterbaustein in Form eines FPGA oder ASIC verzichtet werden. Stattdessen kommt ein Standard-Ethernet-Controller zum Einsatz und die Sercos-III-Hardware-Funktionen werden in einer host-basierten Treibersoftware emuliert.
Mit diesem Implementierungsansatz lässt sich laut Peter Lutz, Geschäftsführer von Sercos International, für eine große Anzahl an Applikationen ein ausreichendes Echtzeitverhalten sicherstellten: "Kommt ein Ethernet-Controller mit mehreren Queues und Telegramm Scheduling (wie zum Beispiel der Intel i210) zum Einsatz, können sogar Synchronitäten und höchste Verfügbarkeiten im Bereich eines Hardware-basierten Masters beziehungsweise Sercos-Zykluszeiten bis zu 125 µs erreicht werden."

Damit sich die Besucher der SPS IPC Drives 2015 selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Lösung machen können, zeigt die ISG Industrielle Steuerungstechnik [1], Anbieter von Soft-CNC/Motion und Robotics-Lösungen, auf dem Sercos-Stand eine entsprechende Demo in Form einer PC-basierten Pick&Place-Robotics-Applikation unter Verwendung des neuen SoftMasters auf der Echtzeit-Betriebssystemplattform 'Intime for Windows' von Tenasys [2]. Die Motion-Programmierung erfolgt über PLCopen-Funktionsbausteine mit der SPS-Programmierumgebung Multiprog.

Einige namhafte Unternehmen realisieren derzeit erste Projekte auf der Basis des Sercos III SoftMasters in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth [3]. Unter anderem plane ein Verpackungsmaschinenhersteller bereits die Umstellung des kompletten Maschinenprogramms auf diese Technologie bis zur Interpack 2017.

Der Sercos SoftMaster wird künftig unter einer Open-Source-Software-Lizenz für die allgemeine Nutzung im Softwarepool von Sercos International e.V. zur Verfügung gestellt. Das Lizenz-Modell wird sich an dem der Sercos Masterbibliothek CoSeMa [4] (Common Sercos API) orientieren, die bereits seit April 2009 als Open-Source-Treibersoftware zur Verfügung steht und sowohl für Hard-Master- wie auch SoftMaster-Implementierungen genutzt werden kann.