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Industrie 4.0: OPC UA - Arbeitsgruppe für Echtzeit gegründet

OPC UA gilt als wesentlicher Eckpfeiler für künftige Industrie-4.0-Architekturen. Bisher fehlt es an der dafür nötigen Echtzeitfähigkeit. Um dieses Manko zu beheben, hat sich nun eine Arbeitsgruppe innerhalb der OPC Foundation formiert.

Logo der OPC Foundation Bildquelle: © OPC Foundation

Die neue Untergruppe der OPC Foundation soll den Echtzeitstandard IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks) evaluieren.

Eine wichtige Voraussetzung für Industrie 4.0 ist, dass verschiedene Maschinen, Objekte und Services nahtlos miteinander kommunizieren können – und zwar auch in Echtzeit. Kuka [1] fordert hierzu bereits seit längerem einen neuen, leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Im März lud das Roboter- und Automatisierungsunternehmen daher Vertreter von 15 namhaften Herstellern der deutschen sowie der US-amerikanischen Produktionsautomatisierungsindustrie ein. Ziel des Treffens war es, den sich für Industrie 4.0 abzeichnenden Kommunikationsstandard OPC UA (IEC 62541) um die für den Maschinenbau wichtige Echtzeit-Eigenschaft zu erweitern. Dies soll jedoch nicht – wie in der Vergangenheit üblich – durch eine weitere proprietäre Lösung geschehen, sondern durch Verwendung eines anderen, sich anbahnenden neuen Standards, des IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks).

Die internationalen Firmenvertreter begrüßten diese Initiative und sagten mehrheitlich ihre aktive Unterstützung der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen einer OPC-UA-Arbeitsgruppe innerhalb der OPC Foundation zu. Ausdrückliches Ziel der Echtzeiterweiterung von OPC UA um TSN sei es nicht, herkömmliche Feldbusse zu ersetzen. Diese seien als interne oder lokale Maschinen- beziehungsweise Anlagenbusse für I/O- bzw. Antriebskommunikation unabdingbar. Die Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation (Peer-to-Peer) als wichtiger Teil von Industrie 4.0 könne jedoch nicht mehr wie bisher üblich über einzelne Bits und Bytes eines Feldbusses abgewickelt werden. Service Oriented Architecture (SOA) lautet daher die Devise bei Industrie 4.0, auch bei der Echtzeitkommunikation. Mit herkömmlichen Feldbussen sei das weitestgehend nicht möglich. Aber auch die bei herkömmlichen Feldbussen notwendigen statischen Konfigurationen der Kommunikationsbeziehungen und die fehlende Möglichkeit von mobilen und ad hoc Kommunikationsbeziehungen verlangen Kuka zufolge nach einer neuen Lösung.

Gemeinsam mit KUKA unterstützen unter anderen die folgenden Unternehmen und Verbände die Initiative, die Kombination von OPC UA mit TSN zu evaluieren: Ascolab, B&R [2], Beckhoff Automation [3], Bosch Rexroth [4], Deutsche Telekom [5], Festo [6], Harting [7], Hirschmann Automation & Control [8], National Instruments [9], OPC Foundation, Sigmatek [10], Trumpf [11] und TTTech Computertechnik [12].