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Industrie 4.0: Sind das die Standards?

Wie sehen die Standards und Normen aus, auf denen das deutsche Renommierprojekt Industrie 4.0 fußen wird? Muss wirklich noch vieles neu genormt und standardisiert werden? – Ein Blick hinter die Kulissen.

Motto der Hannover Messe 2014 Bildquelle: © Deutsche Messe

Zu erfahren, welche Normen und Standards das Gerüst einer Industrie-4.0-Architektur bilden werden, ist nicht ganz einfach. In den Arbeitskreisen der Plattform Industrie 4.0 wird zwar seit zwei Jahren an der Ausgestaltung einer Industrie-4.0-Architektur gearbeitet. Doch an konkreten Ergebnissen dringt nicht viel nach außen. – Die Gründe hierfür haben wir in dem Artikel "Großes Chaos um Industrie 4.0" [1] herausgearbeitet.

Beispiele für konzeptionelle Referenzmodelle Bildquelle: © epple2014

Beispiel eines von mehreren konzeptionellen Referenzmodellen in der Industrie 4.0

Am 19. Februar haben nun das DKE [2] und das BMWi in Kooperation mit der Arbeitsgruppe 2/Plattform Industrie 4.0 und DIN zur Tagung "Normen für Industrie 4.0 - grundlegende Methoden und Konzepte" eingeladen.

Reference Architectural Model Industrie 4.0 Bildquelle: © Plattform Industrie 4.0

Das Reference Architectural Model Industrie 4.0 der Plattform Industrie 4.0

Insbesondere der Vortrag "Semantik als Schlüssel zu Industrie 4.0" von Dr. Michael Hoffmeister - von Festo [3] und dem ZVEI [4]-Führungskreis Industrie 4.0 - hob wichtige Aspekte einer notwendigen Normung und Standardisierung hervor. So bedarf es vor einer Normung und Standardisierung auf detaillierter, technischer Ebene unterschiedlicher Referenzmodelle. Die deutsche Normungs-Roadmap "Industrie 4.0" etwa beinhaltet mehrere Themenbereiche zu Referenzmodellen: ein Referenzmodell für die Gesamtarchitektur, Referenzmodelle der technischen Systeme und Prozesse, Referenzmodelle der leittechnischen Funktionen und andere.

Netzwerk konsistender Standards im Bereich Industrie 4.0 Bildquelle: © Heidel, Siemens, Hoffmeister, Festo

Grundstock einer Industrie 4.0: Das könnten die Standards sein, die letztlich das Referenz-Architektur-Modell mit "Leben" füllen.

Hoffmeister präsentierte weiter das "Reference Architectural Model Industrie 4.0" (RAMI 4.0) der Plattform Industrie 4.0. Ein Modell, das sehr abstrakt wirkt und wenig Aussagekraft darüber zulässt, auf welche bestehenden Normen und Standards man eventuell aufsetzen könnte und was es letztlich doch neu zu definieren gilt. Hoffmeister ergänzt seine Ausführungen allerdings indem er in puncto RAMI 4.0 ergänzt: "Wir sollten vorhandene Standards beachten und in eine Landkarte einordnen."

Bei diesem Appell bleibt es dann auch nicht: Ein Netzwerk konsistenter Standards zeichnet sich ab – so die Überschrift einer Folie, die er zusätzlich präsentiert. Dort sind existente Normen und Standards abgebildet, die eine Landkarte RAMI 4.0 gut auskleiden könnten.