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Industrie 4.0: Ein Industrial Data Space

Die Fraunhofer Gesellschaft wird mit Partnern aus der Industrie und der Unterstützung der Bundesregierung (BMBF, BMWi, BMVI sowie BMI) ein neues Vorhaben starten. Ziel ist: einen international offenen Datenraum für die Wirtschaft zu schaffen – den Industrial Data Space.

Cloud für den Maschinenbau Bildquelle: © Fotolia / Kalinovsky Dmitry / Aleksandr Bedrin

Die Entscheidung für dieses Vorhaben ist seit dem 17. Februar 2015 spruchreif. Bei einem Spitzengespräch in der Fraunhofer Niederlassung in Berlin nahmen Vertreter aus insgesamt 40 Firmen teil. Die Initiative soll eine koordinierende Task Force erhalten, die jetzt zu gründen sei. Die Task Force soll aus Vertretern der Automobil-Industrie, der Zuliefer- und Investitionsindustrie, der IT/Software/Logistik und Infrastruktur, der Energie- wie auch der Chemie/und Pharmaindustrie bestehen. Laut Handelsblatt gehören Siemens, Bosch, VW und SAP zum Kreis der Auserwählten. Nähere Informationen zur neuen Initiative sollen auf der Cebit verlautet werden.

Was ist mit dem Data Space geplant? Sehr konkret sind die Aussagen nicht, die bis dato zu erhalten sind. In einer Presse-Erklärung heißt es:
Der Zugang und die Nutzung des Data Space sollen für alle Unternehmen offen sein, die sich an die gemeinsamen Standards halten. Ziel ist es, sichere Lösungen für die alles durchdringende Digitalisierung und den damit einhergehenden rasanten Wandel von industriellen Produktions- und Geschäftsprozessen zu entwickeln.

"Daten sind das Lebenselixier eines jeden Unternehmens. Ein verlässlicher und sicherer Zugang zu Informationen ist zentral für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft", sagt Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. "Der vernetzte Datenraum, wie wir ihn planen, soll zu einer effizienteren Wertschöpfung in allen wesentlichen Branchen beitragen."

"Gemeinsam wollen wir die Instrumente entwickeln, dass möglichst viele Unternehmen erfolgreich an der digitalen Industrierevolution teilnehmen können. Unsere Wirtschaft in Deutschland und Europa muss die Kontrolle über die eigenen Daten behalten. Zugleich brauchen gerade kleinere und mittelständische Unternehmen einen geschützten Raum, in dem sie Daten nach selbst festgelegten Regeln miteinander teilen und austauschen können", sagte Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka nach dem Spitzengespräch. Die Bundesregierung unterstütze ganz bewusst diesen dezentralen Ansatz, um die Chancen von Industrie 4.0 für möglichst viele Unternehmen zu eröffnen.

Ob es sich bei der Neuentwicklung lediglich um eine Deutsch-geprägte Cloud-Lösung im herkömmlichen Sinne handelt, darf bezweifelt werden. Insbesondere die Wortwahl von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka lässt größeres vermuten. Sie spricht davon, dass die Bundesregierung ganz bewusst "diesen dezentralen Ansatz" unterstütze. Auch Reinhard Clemens, CEO bei T-Systems, der sich in seinem Vortrag am 28. Januar auf der Fachtagung Industrie 4.0 zu den Plänen bezog, erwähnte schon damals, dass es wichtig sei, "über Unternehmensgrenzen hinweg digitalisieren zu können."