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nachgehakt! - Marcus Eibach

5G in der Halle 9

17. Juni 2021, 09:16 Uhr   |  Meinrad Happacher

5G in der Halle 9
© Deutsche Messe AG

Siemens wird die Halle 9 auf dem Hannover Messegelände bis September mit einem 5G-Campus-Netz ausstatten, soweit die gemeinsame Mitteilung Mitte Februar. Was dies konkret bedeutet, erläutert Marcus Eibach, Senior Vice President, Deutsche Messe AG im Interview.

In der Mitteilung vom Februar heißt es: „Das Besondere an der Siemens-Infrastruktur: Sie verbleibt dauerhaft in der Messehalle und wird der Deutschen Messe zur kommerziellen Nutzung überlassen.“ Bedeutet dies, dass die Deutsche Messe die Hoheit über die Siemens-Infrastruktur haben wird oder wird das 5G-Netz in Halle 9 ganzjährig von Siemens betreut und betrieben?

Marcus Eibach: Das 5G-Campus-Netz von Siemens in der Messehalle 9 wird nach seiner Fertigstellung ganzjährig gemeinsam mit Siemens betreut und betrieben. In enger Partnerschaft bieten wir als Deutsche Messe zusammen mit Siemens die Nutzung des Campus-Netzes für Test- und Demonstrationszwecke von 5G-Produkten, -Lösungen und -Anwendungen an. Der Fokus dabei liegt auf Industrie Use Cases.

Der Basisbetrieb des Netzes erfolgt dabei durch die Deutsche Messe. Hierzu zählen das Schreiben von SIM-Karten, Anmeldung von Geräten, Ein- und Ausschalten der Anlage. Darüber hinausgehende Themen wie Ausbau hinsichtlich Erweiterung und Upgrades, aber auch die Diagnose bei möglichen Problemen erfolgen dann durch Siemens. 

Aussteller können das Netz während laufender Messen für Tests und Feldversuche nutzen. Damit haben Aussteller in Halle 9 zukünftig ein maßgebliches Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ausstellern in den anderen Messehallen. Erzeugen Sie damit explizit auf die Hannover Messe bezogen einen Run auf Halle 9? Anders gefragt: Sind die Aussteller in anderen Hallen dann nicht benachteiligt?

Marcus Eibach: Keineswegs. Neben dem Auf- und Ausbau des Industrial-5G-
Campus-Netzes von Siemens in der Halle 9 erfolgt auf dem Messegelände die flächendeckende Ausstattung mit dem Mobilfunkstandard 5G. Technologiepartner für diesen Ausbau ist an der Stelle die Telekom. Dieses Campus-Netz realisiert die Telekom als ein hybrides Netz. Wir verfügen somit zukünftig über ein privates Netz, welches es unseren Ausstellern und Gastveranstaltern aller Messen in Hannover ermöglicht, ihre 5G-fähigen Produkte, Lösungen und Anwendungen live zu präsentieren. Gleichzeitig haben Besucher der Messen eine hervorragende Versorgung mit dem öffentlichen 5G-Netz der Telekom auf dem Gelände.

Wird es so etwas wie ein Testbed in der Halle 9 geben, mit dessen Hilfe Firmen Tests und Erprobungen im Zusammenspiel mit Produkten anderer Firmen durchführen können?

Marcus Eibach: Genau derartige Szenarien wollen wir realisieren, denn das wird die Realität im Produktionsumfeld sein. Diese Notwendigkeiten wurden uns in einigen Vorgesprächen signalisiert und nun sind wir gespannt auf die ersten konkreten Anfragen. Die Größe der Halle ermöglicht es industriellen Anwendern, Applikationen in allen Formaten schon jetzt mit 5G zu testen. So können nicht nur große Unternehmen sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen schon sehr früh in der Entwicklung 5G-Technologie testen, ohne in ein eigenes Campus-Netzwerk investieren zu müssen. 

Ab September soll es mit dem Betrieb des Campus-Netzes losgehen. Können beziehungsweise haben sich interessierte Firmen schon für die Nutzung des Netzes angemeldet?

Marcus Eibach: Wir konnten im Bereich Smart Mobility bereits einen ersten Kunden für unser 5G Smart Venue gewinnen: Die Firma SMEV hat eine patentierte Innovationstechnologie entwickelt, die zukünftig Einsatzfahrzeugen den schnellstmöglichen Weg zum Einsatzort garantieren soll. SMEV nutzt die 5G-Infrastruktur unseres Smart Venues, um ihre Technologie weiterzuentwickeln und auf den Echteinsatz vorzubereiten.

Durch die Einbindung der Deutschen Messe und des Messegeländes in das Konsortium Testfeld Niedersachsen ermöglichen sich für uns spannende neue Kooperationsmöglichkeiten mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen autonomes Fahren und vernetzte Mobilität. Darüber hinaus sind wir mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen in Gesprächen.

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