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Stromversorgungen: Elektronische Sicherung ersetzt Leitungsschutzautomat

In Folge der Nutzung von Schaltnetzteilen lösen zunehmend elektronische Sicherungen herkömmliche Leitungsschutzautomaten ab. Welche Vorteile bringt das?

Schaltnetzteile Bildquelle: © Friedrich Lütze
Ausgangsspannung und Ausgagsstrom Bildquelle: © Friedrich Lütze

Überlastverhalten und Schaltnetzeile: Lineare Regelung der Strombegrenzung (oben) und Hicc-Up Mode zum Schutz des Netzgerätes (unten).

Übliche Leitungsschutzautomaten sind so ausgerichtet, dass beim Fließen eines beträchtlichen Stromes ein Auslösen erfolgt. Dazu werden als Idealfall eine unendlich große Stromquelle und die Möglichkeit der Erdung vorausgesetzt, denn während der Strom erfasst wird, muss das Gesamtsystem den zu hohen Strom für kurze Zeit tragen. Aus diesem Grund bieten moderne Schaltnetzteile einen Selbstschutz gegenüber thermischer Zerstörung; beim Einsatz von Leitungsschutzautomaten hingegen muss eine Überdimensionierung der Stromversorgung stattfinden, um das Auslösen sicherstellen zu können. Werden elektronische Sicherungen genutzt (wie beispielsweise die ‚Locc-Box‘ oder die ‚LCOS CC‘-Familie von Lütze) kann eine solche Überdimensionierung entfallen, da die Schutzmechanismen auf den realen Applikationsbedingungen basieren. Anwendern ermöglicht dies kleiner dimensionierte Stromversorgungen in kleineren Gehäusen und dadurch Platzeinsparung in Schaltschränken.

Ebenfalls kritisch kann der Moment des Einschaltens einer Applikation sein, da es durch den erhöhten Leistungsbedarf der Stromversorgung zu unterschiedlichen Arten von Fehlverhalten kommen kann. Wird etwa auf einen Kurzschluss geschaltet, kann die Stromversorgung nicht genügend Strom zum Auslösen des Leitungsschutzschalters zur Verfügung stellen. Dieser erkennt lediglich einen Überstrom und schaltet sehr verzögert – wenn überhaupt. Diese Totzeit von minimal einigen Sekunden kann zu beträchtlichen Schäden an der Anlage führen.