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ABB-Konzern: Stromnetze-Geschäft wird abgestoßen, der Konzern umstrukturiert

Der ABB-Konzern will sein Portfolio künftig auf digitale Industrien fokussieren und verkauft in diesem Zuge sein Stromnetze-Geschäft an Hitachi. Ab April 2019 greift zudem eine neue Unternehmensstruktur.

Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB Bildquelle: © ABB

„Die heutigen Maßnahmen werden eine neue ABB schaffen, einen auf digitale Industrien fokussierten Technologieführer“, so ABB CEO Ulrich Spiesshofer.

ABB und Hitachi verbindet bereits seit 2014 eine enge Geschäftsbeziehung. Der mit Hitachi nun vereinbarte Kaufpreis entspreche einem Unternehmenswert von 11 Mrd. US-Dollar. Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, wird ABB zunächst 19,9 % der Anteile an dem Joint Venture behalten. Die Transaktionsvereinbarung enthält eine Option für deren Verkauf, die ABB drei Jahre nach Abschluss der Transaktion ausüben kann.

Bis zum Abschluss der Transaktion, den ABB bis zum Ende des ersten Halbjahres 2020 erwartet, wird der Konzern den Bereich Stromnetze als „nichtfortgeführte Aktivitäten“ ausweisen. Der aus dem Verkauf des 80,1 Prozentanteils erzielten Nettoerlöse in Höhe von 7,6 bis 7,85 Mrd. US-Dollar soll „zügig und in effizienter Weise durch Aktienrückkauf oder einen vergleichbaren Mechanismus an die Aktionäre ausgeschüttet werden“, so das Unternehmen.

Mit Wirkung zum 1. April 2019 will ABB zudem ihre Organisationsstruktur durch die Auflösung der bisherigen Matrixstruktur vereinfachen. Die neue Organisation räumt jedem Geschäftsbereich die volle operative Verantwortung für Produkte, Funktionen und lokale Geschäftstätigkeiten ein.

Konkret wird ABB vier unternehmerisch geführte Geschäftsbereiche schaffen: Elektrifizierung, Industrieautomation, Robotik & Fertigungsautomation sowie Antriebstechnik. Das Volumen des damit adressierbaren Marktes werde ABB zufolge bis 2025 um 140 Mrd. US-Dollar auf 550 Mrd. US-Dollar wachsen. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 3,5 bis 4 %.