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Überstrom: Was selektive Schutzschalter leisten

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Anwendung bei unterbrechungsfreien Stromversorgungen

Typ EBU von E-T-A Bildquelle: © E-T-A Elektrotechnische Apparate

‚Typ EBU‘ vereint einen typischen Leitungsschutzschalter mit elektronischer Abschaltung. Die Gerätekennlinie fußt z.B. auf der Standard-Kennlinie eines Leitungsschutzschalters mit B-Kennlinie, die mit elektronischer Kennlinie kombiniert wird.

Bei unterbrechungsfreien Stromversorgungen im Bereich 230 V(AC) ist die Anwendung in der Art ähnlich. Generell erfolgt hier nach wie vor eine Absicherung der Stromkreise im Sekundärkreis mit herkömmlichen Leitungsschutzschaltern. Dabei kommt die Anforderung zum Tragen, im Fehlerfall einen entsprechend hohen Überstrom zur Verfügung zu stellen. So funktioniert die Abschaltung mit dem Leitungsschutzschalter zuverlässig. Bei einem Leitungsschutzschalter mit einem Nennstrom von 10 A bedeutet das eine Überlast von 35 bis 50 A. Bei der Auslegung der Stromversorgungen ist eine 3- bis 5-fache Überlast im Fehlerfall mit in die Kapazität einzurechnen. Daraus resultiert häufig eine Überdimensionierung, um im Fall eines Fehlers die schnelle und sichere Auslösung zu gewährleisten. Um eine solche Überdimensionierung zu vermeiden, gibt es für die Anwendung an unterbrechungsfreien Stromversorgungen auf der Sekundärseite im 230-V(AC)-Bereich auch elektronische Lösungen, die mit Leitungsschutz kombiniert sind. Ein Beispiel ist hier der ‚Typ EBU‘ (electronic breaker unit) von E-T-A. Der elektronische Teil stellt die empfindliche Mess-Einheit mit Auslösung im Fehlerfall dar, der Leitungsschutzschalter dient zur Abschaltung des Lastkreises. Dank der Elektronik und Einstellmöglichkeiten lässt sich das Schutzgerät exakt auf den Nennstrom des Lastkreises und die USV anpassen. Die Einstellung erfolgt in Bezug zu dem notwendigen Nennstrom der Last, dem Kurzschlussstrom und zum Überlastverhalten, um so die passende Reaktion des Gerätes für den Fehlerfall zu parametrieren. Als positiver Nebeneffekt dieser genauen Einstellung lässt sich die Gesamtleistung der USV um bis zu 30 % reduzieren, da die hohe Überlastfähigkeit der USV zur Abschaltung der herkömmlichen Leitungsschutzschalter nicht mehr notwendig ist.

Autor:
Ralf Dietrich ist Leiter Produkt- und ­Marktentwicklung sowie Mitglied der Geschäftsleitung von E-T-A Elektrotechnische Apparate in Altdorf.